Ingrid van Bergen ist Dschungelkönigin

München. Die 77-jährige Ingrid van Bergen verlässt den australischen Urwald als Siegerin. Während ihrer letzten Prüfung im RTL-Dschungelcamp würgte die Vegetarierin lebende Heuschrecken und Maden herunter. Die Einschaltquoten belegten auch im Finale wieder die Popularität der Sendung.

Die mit Abstand älteste Kandidatin hat sich im australischen Dschungel am erfolgreichsten behauptet: Die Schauspielerin Ingrid van Bergen wurde am Samstagabend in der Sendung «Ich bin ein Star - holt mich hier raus» zur neuen RTL-"Dschungelkönigin» gewählt. Die 77-Jährige und ihre beiden verbliebenen Konkurrenten Lorielle London und Nico Schwanz bewältigten im Finale Ekelprüfungen der besonderen Art.

Van Bergen wählte "Siegeswillen"

Van Bergen erhielt im Finale der letzten drei von ursprünglich zehn Bewerbern die meisten Anrufe der Zuschauer. Sie hatte vor allem mit ihrem Alter für sich geworben und damit, dass auch die Senioren noch lange nicht zum alten Eisen gehören. «Wir sind einfach voll da. So, und dass will ich damit beweisen», sagte die Schauspielerin. Auf dem zweiten Rang landete die Entertainerin Lorielle London. Die 25 Jahre alte Transsexuelle ließ das 31 Jahre alte männliche Model Nico Schwanz hinter sich auf Rang drei.

Mit der Wahl ihrer letzten Dschungelprüfung hatte van Bergen ein glückliches Händchen. RTL hatte die Aufgaben, mit denen die Kandidaten bis zu fünf Sterne für ein abschließendes Festmahl sammeln konnten, unter Stichwörter gestellt. Während Schwanz sich für die «Abenteuerlust» und Lorielle London für «Durchhaltevermögen» entschied, griff die Schauspielerin zum «Siegeswillen.»

Entschuldigung an die Heuschrecken

Die Aufgabe van Bergens bestand darin, allerlei Getier zu essen. Mit dem Kommentar, «Kinder, entschuldigt bitte, aber ich muss euch jetzt leider verspeisen», machte sich die Vegetarierin an den Verzehr von zwei lebenden Heuschrecken. Anschließend aß sie noch eine lebende Made, tote Skorpione und einen Känguru-Hoden.

Die trockene Art der vom Moderatoren-Duo Dirk Bach und Sonja Zietlow als «Queen Mum» bespöttelten neuen Dschungelkönigin scheint ihr den Sieg gebracht zu haben. Denn unter den Fans galt eigentlich Lorielle London als Favoritin. Diese hatte noch als Mann unter dem Namen Lorenzo Woodard bei der RTL-Serie «Deutschland sucht den Superstar» ihre Showkarriere gestartet und war später auch bei ProSieben und Sat.1 zu sehen. Doch obwohl sie damit bei den jüngeren Fans deutlich bekannter ist als van Bergen, reichte es am Ende doch nicht.

Van Bergens Karriere hatte mit ihrer Verurteilung 1977 zu sieben Jahren Haft wegen Totschlags einen Knick gemacht. Über die Tat - sie hatte ihren Lebensgefährten nach einem Streit im Rausch erschossen - hatte van Bergen auch im Camp erzählt.

Die Zuschauer schalten ein

So wie van Bergen holte auch Lorielle London in ihrer letzten Prüfung alle fünf möglichen Sterne. Sie hatte mit einem Schnorchel ausgestattet ihren Kopf in einem Wasserbassin, in das Spinnen, Aale und anderes Getier eingelassen wurden. Schwanz wiederum wurde auf engsten Raum mit 1,5 Millionen Fliegen eingesperrt und musste in diesem Gewimmel mit dem Mund seine Sterne einsammeln.

Dass dieses Fernsehkonzept aus zum Teil widerwärtigen Prüfungen, die von Prominenten aus der zweiten Reihe erledigt werden, zieht, belegten die Einschaltquoten. Die nun nach gut zwei Wochen beendete vierte Staffel kam schon vor dem Finale auf den bisher zweitbesten Wert seit der ersten Staffel vor fünf Jahren. Vor allem bei der für die Werbung relevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen setzte sich RTL an die Spitze. Dort schaltete regelmäßig jeder dritte Zuschauer zu dem Kölner Privatsender. Insgesamt kam RTL mit der Sendung vor dem Finale auf einen Marktanteil von 27,5 Prozent bei im Schnitt 6,33 Millionen Zuschauern.

Zu den weiteren Teilnehmern der vierten Staffel gehörten die Schauspieler Michael Meziani und Günther Kaufmann, der ehemalige «Glücksrad"-Moderator Peter Bond, der frühere Eiskunstläufer Norbert Schramm, die geschiedene Bauunternehmergattin Christina «Mausi» Lugner, Moderatorin Gundis Zámbó sowie Giulia Siegel, die Tochter des Schlagerproduzenten Ralph Siegel. Diese hatte das Camp wegen Rückenschmerzen kurz vor dem Finale freiwillig verlassen. (AFP)

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