Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt...

Die älteste Darstellung der Weihnachtsgeschichte im gesamten Ruhrgebiet, vielleicht sogar ganz Deutschlands, wird in der Schatzkammer der Basilika St. Ludgerus von Essen-Werden aufbewahrt. Die Dose aus Elfenbein stammt möglicherweise aus dem 5. oder 6. Jahrhundert.

Es handelt sich um eine so genannte Pyxis, eine Dose aus Elfenbein, in der wahrscheinlich Reliquien aufbewahrt wurden. Die weihnachtliche Pyxis stammt der Überlieferung zufolge aus dem 5. oder 6. Jahrhundert nach Christi Geburt. Sie soll aus dem östlichen Mittelmeerraum kommen, womöglich aus der Werkstatt eines syrischen Elfenbeinschnitzers.

Vom Heiligen Liudger nach Werden gebracht?

Die Darstellung zeigt Maria und hinter ihr Josef auf der einen sowie Ochs und Esel auf der anderen Seite. Marius Linnenborn, Pastor an St. Ludgerus, weist allerdings darauf hin, dass der Jesusknabe zwar, wie es die biblische Überlieferung besagt, in Windeln gewickelt ist - aber er liegt nicht in der Krippe, von der bei Lukas doch ausdrücklich die Rede ist. Er liegt auf einem steinernen, altarähnlichen Gebilde - worin ein Hinweis auf die Eurcharistie liegen könnte, vermutet Pastor Linnenborn.

Als ziemlich gesichert gilt, dass der Heilige Liudger, der Gründer der Abtei in Werden, die Elfenbeindose dorthin gebracht hat. Gut möglich, dass Liudger, der sich für kunstvolle liturgische Gegenstände interessierte, die Pyxis bei seinem Aufenthalt in Rom und im Kloster Monte Cassino zwischen 784 und 787 erworben hat.

Foto: Frank Vinken

 
 

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