Hans Jansen, lange Kulturchef der WAZ, 79-jährig gestorben

Hans Jansen (1934-2014)
Hans Jansen (1934-2014)
Foto: Jakob Studnar
Hans Jansen ist tot. Der große Feuilletonist, der die Kulturlandschaft Ruhrgebiet prägte wie kaum ein anderer Journalist, ist am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben. Sein einfühlsamer Stil, immense Bildung und die Fähigkeit, zu vermitteln statt zu richten, zeichneten ihn aus.

Essen.. Die Redaktion trauert um Hans Jansen. Nach kurzer schwerer Krankheit ist der langjährige Leiter unseres Kulturressorts 79-jährig am letzten Freitag gestorben. Er hat die Kulturszene der Region geprägt wie kaum ein anderer Journalist. Fair ist er gewesen. Das enorme Wissen, um das wir ihn bewunderten, hat er nie als Waffe genutzt. Denn Mittler wollte er sein, nicht Richter.

Seinen Doktor der Theaterwissenschaft hatte Hans Jansen einst in Wien gemacht. Auch wenn der Dorstener sesshaft blieb: Die brüchige Welt eines Joseph Roth, eines Horváth und Thomas Bernhard war seine. Er schätzte alle Literatur als Garten des Menschlichen, aber auch als Ort schonungsloser Enthüllung.

Ein Skeptiker, kein Zyniker

Hans Jansen war Skeptiker, kein Zyniker. Seinen Kummer über ein Abendland, das seine Errungenschaften zuverlässig an die Spaßgesellschaft verriet, beichtete er am liebsten der „Birke am Hochhaus“, Leser liebten die Kolumne.

Legendäre Theaterkritiken

Hans Jansens legendäre Theaterkritiken waren geschliffene Analysen, immer voller Herzblut. Und ihm glückte es, in seinen Texten den schönen Augenblick vergänglicher Bühnenkunst tatsächlich verweilen zu lassen. Mit Hans Jansen stirbt auch ein Stück klassischen Feuilletons. Es war die Welt, in der eine Lady noch Macbeth hieß, nicht Gaga.

Wir vermissen ihn schon jetzt. Unsere Trauer ist Dankbarkeit.

 
 

EURE FAVORITEN