Hagener Lösung für das Theater

Hagen..  Nach Informationen unserer Zeitung entscheidet sich das Rennen um den Posten des zukünftigen Intendanten des Hagener Theaters zwischen einer Kandidatin, die zuletzt als Regisseurin in den Neuen Bundesländern tätig war und einem Mann, der aktuell den Bereich Kommunikation und Marketing der Hagener Bühne leitet: Jürgen Pottebaum. Zwar seien die Würfel noch nicht gefallen, dennoch deutet vieles daraufhin, dass sich die Findungskommission und der Aufsichtsrat der Theater GmbH am Ende für eine Hagener Lösung und damit für den bislang in der zweiten Reihe agierenden Pottebaum entscheiden werden. Er würde den Ende 2017 in Ruhestand gehenden Intendanten Norbert Hilchenbach ablösen.

Dringender Spar-Beitrag gefordert

Mit den verbliebenen zwei Bewerbern haben sich zwei völlig unterschiedliche Kandidaten der Findungskommission präsentiert. Pottebaum gilt als derjenige, der die Intendanz neben den wichtigen künstlerischen Bereichen aus der geschäftsführenden Management-Perspektive denkt. Die Bewerberin punktet durch ihren Erfahrungsreichtum im künstlerischen Bereich. Sie hat zudem im Ausland gearbeitet und auch einen Lehrauftrag. Als Intendantin, also künstlerische Leiterin eines Theaters, hat sie noch nie gearbeitet.

Das verbindet sie mit Pottebaum, der der Findungskommission ein überzeugendes Konzept vorgelegt haben soll, dass sich an den Zwängen der Hagener Bühne orientiert. Das Haus, das bislang mit 15 Millionen Euro von der Stadt bedacht wird, muss Vorschläge präsentieren, um die per Ratsbeschluss festgelegte Einsparsumme von 1,5 Millionen Euro zu erreichen

Wie es heißt, soll Pottebaum sich zunächst nicht selbst aktiv beworben haben, sondern erst, als man ihn darauf angesprochen habe. Innerhalb des Theaters hat der Marketing-Leiter eine große Akzeptanz bei der Belegschaft. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich Pottebaums Gegenkandidatin schwer getan haben, Ideen zu finden, um das geforderte Einsparpotenzial zu erreichen. Wie es heißt, soll sie 400 000 Euro Einsparsumme für realistisch halten. Es würden rund weitere 1,1 Millionen Euro fehlen.

Pottebaums Konzept soll hingegen Lösungen aufzeigen, die das Einsparziel erreichen – und dazu Ideen beinhalten, die das Theater attraktiver für neue Besucherschichten machen. Als ein Beispiel dafür kann man die Inszenierung des Musicals „Avenue Q“ nennen. Ein Gastspiel von Musicalstudenten aus Osnabrück, die den schrillen, frechen Broadway-Erfolg mehrfach in Hagen zeigten und für enorme Besucherresonanz sorgten. Moderner Stoff auf alter Bühne. Eingekauft, aber gefragt.

Am 11. April kommt der Aufsichtsrat im Anschluss an eine Sitzung der Findungskommission zusammen und will sich auf einen Kandidaten festlegen. Das letzte Wort wird der Hagener Rat haben.

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