Gelungenes Comeback der Klarinetten-Künstler

Wuppertal..  Gipfelstürmer sind sie längst nicht mehr. Aber dass sich die Heroen der Jazz-Klarinette Gianluigi Trovesi (71), Perry Robinson (77), Bernd Konrad (68) und Theo Jörgensmann (67) nach 36 Jahren wieder zusammenfanden, um das legendäre, einst von Joachim-Ernst Berendt initiierte „Clarinet Summit“ wiederzubeleben, kam der Rückeroberung des eigenen Denkmals gleich.

Bei der Premiere im Wuppertaler Café Ada erwies sich das als erstaunlich unnostalgisches Spiel mit Erinnerungen. Theo Jörgensmanns Frage „Ob wir das noch können?“ zur Ankündigung von „You Better Fly Away“ – Titeltrack ihrer berühmten MPS-Platte von 1979 – war weitaus weniger ironisch als sie klang. Der Spielwitz hat sich erhalten, den Summit-Neuling Günter „Baby“ Sommer, auch schon 72, am Schlagzeug gern auch mal pantomimisch und doch stets hochmusikalisch illustrierte.

Von der wilden Bilderstürmerei bewegter Freejazz-Zeiten keine Spur: Genüsslich swingten, schnatterten und klapperten die vier Klarinetten, was das Ebenholz nur so hergab, schwelgten in Shuffle-Seligkeiten ebenso wie in Blues- und Bop-Reminiszenzen und brachen dabei ihre Tutti immer wieder zugunsten vertrauter Zwiegespräche auf. Besonders amüsant gerieten dabei die Dialoge des Uraltmeisters Robinson mit dem Kölner Albrecht Maurer (56), dessen Geige den Klarinettenreichtum farbenfroh bereicherte. Wozu Sebastian Gramms, mit seinen 50 Jahren der Benjamin am Bass, mit Eleganz tiefgründige Fährten legte.

Ein beeindruckend vitaler Abend, zumal es den Bläsern gelang, durchweg zu homogenem Ensemble-Sound zu finden, ohne die individuelle Ausdruckskraft zu verschweigen. Kurzum: Comeback gelungen, die Legende lebt.

 
 

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