Frische „Kohle“ für Oberhausen

Geld fürs Spülen? Gibt’s vielleicht von der „Schwarzbank“. Foto: Gerd Wallhorn / WAZ FotoPool
Geld fürs Spülen? Gibt’s vielleicht von der „Schwarzbank“. Foto: Gerd Wallhorn / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Das Theater führt Anfang März eine neue Währung ein – zwei Wochen lang. Für „Kohle“ von der „Schwarzbank“ gibt es Currywürste und Nussecken, Honigwodka, gefärbte Augenbrauen und Stadtrundfahrten. Das Ganze ist ein Experiment, zusammen mit der anonym bleibenden „Geheimagentur“.

Oberhausen.. Geld? Man muss schon dran glauben. Am Euro ist zu sehen, wie schnell gutes Geld schlecht wird, wenn das Misstrauen steigt – und wie abhängig man werden kann ausgerechnet von denen, die sich Geld leihen, um es mit vollen Händen auszugeben.

Keine gute Zeit eigentlich, um eine neue Währung einzuführen. Das Theater Oberhausen tut es dennoch: In drei Wochen wird im Großen Haus „Kohle für alle“ verteilt – erhältlich in Scheinen: 1 Kohle, 5 Kohlen, 10 Kohlen. Dahinter steckt die „Schwarzbank“, die das Theater zusammen mit der anonym bleibenden „Geheimagentur“ gegründet hat.

Currywurst und Honigwodka

Zwei Wochen lang soll in Oberhausen „Kohle“ als neues Geld kursieren, und drei Dutzend Geschäftsleute wollen schon die neue Währung zu akzeptieren. Man wird mit „Kohle“ Currywurst, Nussecken oder Honigwodka kaufen können und Stadtrundfahrten machen.

Wie viel „Kohle“ das jeweils kostet, muss ausgehandelt werden. Überhaupt ist das Drüberreden der Kern des Ganzen – es geht um ein Stück Bewusstseinsbildung zum Geld. So wird vom 17. bis zum 30. März an einer Ecke im Zentrum der Stadt (Elsässer Straße/Marktstraße) eine Filiale der „Schwarzbank“ nicht nur „Kohle“ als befristeten Kleinkredit ausgeben – hier wird auch die zugehörige Gegenleistung ausgehandelt werden müssen.

In der Schwarzbank-Filiale soll es zwei Wochen lang abends Diskussionen geben (mit Stadtkämmerer Apos­tolos Tslastras oder Politikwissenschaftler Claus Leggewie), eine Geld-Disco und einen Erfahrungsaustausch mit den Betreibern der „Banco Palmas“, die seit dem Jahr 2000 in der brasilianischen Millionenstadt Fortaleza eine Stadtteil-Währung in Umlauf bringt, mit deren Hilfe das Viertel einen Aufschwung geschafft hat. Vielleicht ist die Oberhausener „Kohle“ ja auch für eine Initialzündung gut . . .

 
 

EURE FAVORITEN