Friedemann Weise ist Tegtmeiers Erbe 2015

Der Comedian Friedemann Weise am Samstag, 22.11.2015, in Herne bei der Comedy-Gala "Tegtmeiers Erben". Die Jury wählte ihn zum neuen Preisträger.
Der Comedian Friedemann Weise am Samstag, 22.11.2015, in Herne bei der Comedy-Gala "Tegtmeiers Erben". Die Jury wählte ihn zum neuen Preisträger.
Foto: FUNKE Foto Services
Man muss kein Pointen-Sprinter sein, um Erbe eines großen Humoristen zu werden. Seit Samstagnacht darf sich Friedemann Weise „Tegtmeiers Erbe“ nennen.

Herne.. Wie doch die Zeit verfliegt, wenn man Spaß hat: Schon zum zehnten Mal wurde in Herne der Kabarettpreis „Tegtmeiers Erben“ verliehen, mit dem das Andenken des Komikers und Wahl-Herners Jürgen von Manger geehrt wird. Was es zu erben gab? Tegtmeiers Mütze, Ruhm und Ehre.

Und all dies nimmt unter anderem Friedemann Weise mit nach Hause, ein Satiriker und Liedermacher ganz eigener Art, denn er läuft nicht auf die Bühne, er taumelt. Er feuert seine Aphorismen nicht ab, sondern trägt sie vor, als hätte man ihm zuvor ein Narkosemittel für Pferde gespritzt. Dass das äußerst lustig ist, verdankt er seinem guten Timing und der hohen Absurdität seiner Pointen. Das fand die Jury preis- und mützenwürdig.

Das Publikum kürte einen anderen Favoriten: Özcan Cosar aus Stuttgart verband nicht nur hohes Comedy-Handwerk mit Schauspielkunst, er vermählte in einer wahnwitzigen Körperartistik-Nummer auch noch Ballett und Breakdance auf die lustigste denkbare Weise. Dafür gab’s den Publikumspreis.

Die schwere Last einer Bronze-Mütze als Ehrenpreis ruhte auf zwei anderen Häuptern: Jürgen von der Lippe, der gleich die Probe aufs Exempel machte und das schwere Teil ein paar Sekunden lang auf seinem Haupt balancierte.

Carrell riet Dittsche einst ab

Und Olli „Dittsche“ Dittrich, der anlässlich der Ehrung aus seinem Leben plauderte, von seiner hessischen Oma plauderte („Es wärmste Jäcksche is es Conjäksche“) und vom Rat eines großen Berufskollegen berichtete. Rudi Carrell bestellte Dittrich nämlich einst zu sich – und statt des erwarteten Lobes für gelungene Sketche („Neues vom Spocht“) bekam der junge Kollege in bestem Carrell-Deutsch den wohlmeinenden Rat: „Musse nich mache! Is scheiße!“ Gut, dass trotzdem etwas aus Dittrich geworden ist.

Wer die ganze Rede – und die ausgezeichneten anderen Teilnehmer des Wettbewerbs miterleben möchte: Im Januar strahlt WDR 5 die Aufzeichnung der Preisverleihung aus.

 
 

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