Fotos von Leichen und Blut im Bahnhof Bochum

Ein Bild der Ausstellung World Press Foto im Hauptbahnhof Bochum. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool
Ein Bild der Ausstellung World Press Foto im Hauptbahnhof Bochum. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Bochum. An dieser Ausstellung kommt man nicht vorbei. „World Press Award“ zeigt mitten in der Schalterhalle des Bochumer Bahnhofs starke, aber auch schockierende Fotos. Zu sehen sind Blut, Leichen und schwer verletzte Kinder.

Dem Betrachter stockt der Atem. Diese Bilder sollen bewegen - und erfüllen ihren Zweck, keine Frage. Die Ausstellung „World Press Photo“ zeigt zeitgenössischen Fotojournalismus in beeindruckender Qualität. Faszinierende Porträts junger Menschen und herrliche Landschaftsbilder gehören ebenso dazu, wie schonungslose Momentaufnahmen von Tod und Gewalt.

Leichte Kost ist das nicht. Ein Foto zeigt einen Mann, dessen Kopf so blutverschmiert ist, dass man kaum seine Haut erkennen kann. Das Hemd ist rot, und unter ihm bildet sich eine Pfütze. Er liegt auf dem Boden, schaut verzweifelt in die Kamera. Sicherlich ein starkes Bild – aber auch ein Foto, dass man in einer öffentlich zugänglichen Ausstellung im Bochumer Hauptbahnhof zeigen darf? Gemeinsam mit Nahaufnahmen von Leichen, von Kriegsveteranen, denen 40 Prozent ihres Gehirns weggeschossen wurden?

Die Bahn erklärt auf Anfrage: „Die preisgekrönten Fotos werden in einer Wanderausstellung in mehreren Bahnhöfen der Deutschen Bahn gezeigt. Wir stellen dazu die entsprechenden Flächen zur Verfügung. Für inhaltliche Fragen der Ausstellung ist die zuständige Agentur verantwortlich.“

„Wir haben Warnhinweise aufgestellt und versucht, die allzu heftigen Fotos nicht direkt an die Laufmeile zu stellen. Darauf sollten Eltern kleiner Kinder achten“, so kommentierte Projektmanagerin Anna-Lena Mehr die Präsentation zur Eröffnung.

Tatsächlich warnt ein kleines Schild Personen unter 16 Jahren davor, sich die Bilder anzuschauen. Was allerdings mitten in der Schalterhalle und auf dem Weg zu den Gleisen nur schwer möglich ist. Und tatsächlich stehen einige junge Menschen mit großen Augen vor den schockierenden Fotos. Und auch erwachsene Betrachter dürften die blutigen und drastischen Bilder verstören.

Die Wanderausstellung „World Press Photo“ zeigt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn das Siegerfoto und eine Auswahl der bestplatzierten Arbeiten eines Wettbewerbs internationaler Pressefotografen. Vom 23. Juli bis 2. August wird die Präsentation in Bochum gezeigt. Mehr als 100.000 Bilder haben die fast 6000 teilnehmenden Fotografen eingereicht. Die Ausstellung wird weltweit an rund 100 Orten gezeigt.

 
 

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