Folkwang-Fotografie strahlt bis nach Venedig

Vorstellung der Teilnehmer des Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig 2015 im Museum Folkwang: (von links) Florian Ebner, Leiter der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang, Tobias Zielony (Künstler) und Hito Steyerl, Künstlerin.
Vorstellung der Teilnehmer des Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig 2015 im Museum Folkwang: (von links) Florian Ebner, Leiter der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang, Tobias Zielony (Künstler) und Hito Steyerl, Künstlerin.
Foto: Essen
Große Ehre für den Essener Kurator Florian Ebner: Er gestaltet den deutschen Biennale-Pavillon und verrät jetzt erste Pläne. Er hat als Künstler Tobias Zielony, Hito Steyerl, Olaf Nicolai und das Duo Jasmina Metwaly & Philip Rizk engagiert: „Widerständige Bilder in Zeiten digitaler Überbelichtung“.

Essen.. Für den Essener Fotokunstexperten Florian Ebner ist es der Aufstieg in die erste Liga der internationale Ausstellungsmacher. Und für die lange und stolze Geschichte der Fotografie im Museum Folkwang ist es der vorläufige Höhepunkt. Zum ersten Mal wird der deutsche Pavillon der ältesten europäischen Kunstschau, der Biennale in Venedig, von Essen aus bespielt. Am 7. Mai 2015 öffnen sich die Pforten für das internationale Publikum.

Florian Ebner, seit 2012 Chef der Fotografischen Sammlung am Museum Folkwang, verspricht schon jetzt einen „politischen Pavillon“ und vor allem eine intensive Beschäftigung mit der Fotografie „in Zeiten der Allgegenwart der Bilder“.

Gestern gab’s im Essener Museum Folkwang einen ersten Vorgeschmack auf das Konzept und die Arbeiten der fünf beteiligen Künstler. „Widerständige Bilder in Zeiten digitaler Überbelichtung“ will Ebner in Venedig zeigen. Der in Wuppertal geborene Fotograf Tobias Zielony, die Videokünstlerin Hito Steyerl, der Documenta-Teilnehmer Olaf Nicolai sowie das in Kairo wirkende Künstler-Blogger-Duo Jasmina Metwaly & Philip Rizk wollen Themen von Migration bis medialer Bilderflut bearbeiten. Man sei nicht „auf Aktivismus“ aus, so Ebner, aber man wolle schon zeigen, „was Deutschland mit der Welt zu tun hat“.

Kluger Kopf

Der 1970 in Regensburg geborene Kurator, der in Bochum und Arles studiert hat, gilt nach zwei hochgelobten Ausstellungs-Projekten wie der zur „Ausstellung des Jahres“ gekürten „Kairo“-Schau über Fachkreise hinaus als kluger Kopf, der Fotografie nicht nur als Publikums-Magneten sieht, sondern das Thema künstlerisch und politisch weiterdenkt. Fotografie im deutschen Pavillon ist dabei nicht neu. Die Bechers wurden dort schon gezeigt wie Thomas Ruff und Candida Höfer. Ebner will aber nicht nur die „rheinische Schiene“ verlassen, sondern auch die alte Sicht. „Die Aufgabe der Fotografie stellt sich heute neu.“

Die Erwartungen an die Länderpavillons sind dabei traditionell hoch. Dreimal sind deutsche Beiträge schon mit dem „Goldenen Löwen“ ausgezeichnet worden – Länderrekord. Zuletzt gewann die postume Präsentation mit Arbeiten des 2010 verstorbenen Aktionskünstlers Christoph Schlingensief.

 
 

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