„Zahltag! Ein Koffer voller Chancen“ auf RTL: „Solche Asis!“ – Streit mit Ex-Hartz-IV-Vater eskaliert

Darum geht es bei der Hartz-IV-Debatte wirklich

Hartz-IV

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  • In der finalen Folge von „Zahltag! Ein Koffer voller Chancen“ besuchte RTL drei Ex-Hartz-IV-Familien erneut
  • Der Sender hatte ihnen die Bezüge für ein Jahr als Starthilfe ausgezahlt
  • Bei einer Familie waren die Experten nicht sehr willkommen

Berlin.  Drei Familien gab RTL die Hartz-IV-Bezüge für ein ganzes Jahr auf einen Schlag. Bei „Zahltag! Ein Koffer voller Chancen“ sollten die Zuschauer mitverfolgen, wie sie ihr Leben nach dem Geldsegen in die Hand nahmen. Einer Familie schmeckte das voyeuristische Sozialexperiment nicht, an dem sie teilnahm.

Schon im Intro zu Familie Kempe aus Berlin kündigte der tieftraurige Song „Colorblind“ der Counting Crows nichts Gutes an. „Ihr habt uns null geholfen, bei euch gab es keine Beratung. Ihr seid nur bequem auf euren Plätzen gesessen”, warf der Familienvater dann auch den RTL-Experten vor.

Eltern wieder berufstätig

Die Lage der Familie hatte sich nach dem einjährigen Experiment verbessert. Kommunikationspsychologe Yves verdient mit seiner Selbstständigkeit etwas Geld, seine Frau Christiane hat wieder einen Job als Erzieherin. Ihre ursprüngliche Notlage nach einer Frühgeburt und Komplikationen in der zweiten Schwangerschaft schien überstanden. Die Familie erhielt einen Koffer mit rund 29.000 Euro.

Aber das Wiedertreffen zum Abschluss des Experiments mit Ilka Bessin, die als „Cindy aus Marzahn“ bekannt wurde, dem ehemalige Bürgermeister von Berlin-Neukölln und dem Start-Up Coach Felix Thönnessen verlief nicht sehr rosig. „Ich finde es unverschämt, wie Sie hier sitzen als Experten, auf Ihrer faulen Haut. Ich habe Sie nicht als Experten erlebt“, resümierte Yves das Jahr mit RTL.

„Das müssen wir uns nicht antun“

„Erstmal würde ich den Finger runternehmen! Das ist auch eine Art von Kommunikation, ich bin kein kleines Kind“, begann die Komikerin Ilka Bessin sich gegen den aufgebrachten Kandidaten zu wehren. Der rastete daraufhin völlig aus und verließ die Show: „Wissen Sie was? Ende! Das müssen wir uns nicht antun, solche Asis.“

Nach der Ausstrahlung gab RTL bekannt, dass die Familie Kempe auf keinen Kontaktversuch des Senders mehr reagierte. „Wie es ihnen geht, was sie machen, wie sie sich nach dem Experiment fühlen – man weiß es nicht“, heißt es in der Mitteilung.

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Befürchtung nicht bestätigt

Der Wunsch der Kempes zu Beginn der Show ist nicht in Erfüllung gegangen. Sie wollten Familie und Beruf unter einen Hut kriegen und eine kleine Kindertagesstätte eröffnen. Immerhin bestätigte sich Buschkowskys Befürchtung über den Familienvater nicht: „Er hat arbeitslos studiert.“ (dahe)

 
 

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