Wie "The Voice of Germany" die Fans durch Twitter und Facebook fesselt

Sarah Hubrich
Der Blick auf Zuschauerreaktionen bei Facebook und Twitter  - bei "The Voice of Germany" gehört das zum Programm. Kandidat Percival Duke hat bereits mehr als 36.000 Fans bei Facebook.
Der Blick auf Zuschauerreaktionen bei Facebook und Twitter - bei "The Voice of Germany" gehört das zum Programm. Kandidat Percival Duke hat bereits mehr als 36.000 Fans bei Facebook.
Foto: SAT.1/ProSieben/Richard Hübner - Montage: WAZNewMedia
Twitter und Facebook gehören zu "The Voice of Germany" untrennbar dazu - wie keine andere Castingshow zuvor nutzt die Sat.1-Show das Web 2.0. Alle Kandidaten und Coaches sind in den Social Media präsent und interagieren mit Zuschauern und Fans.

Essen. Wer sich bei "The Voice of Germany" nah an den Kandidaten fühlen will, braucht dazu nur ins Web 2.0 zu gehen. So offensiv, systematisch und professionell wie keine andere Castingshow zuvor nutzen die Macher der Sat.1-Sendung die Sozialen Medien. Ein Überblick:

"The Voice of Germany" bindet Fans bei Facebook

Wer während der "The Voice of Germany"-Liveshows auf die Facebook-Seite der Sendung schaut, kommt kaum hinterher mit dem Lesen. Jeder Eintrag stößt auf riesige Resonanz. Kommentare und "Gefällt mir"-Klicks im Sekundentakt. Der Facebook-Auftritt funktioniert ebenso als Kontaktforum zwischen Fans und Kandidaten wie auch als Zweitverwertungsplattform für die Macher der Show: Nach der Live-Sendung werden Mitschnitte von Auftritten verlinkt - und von Fans weitergereicht.

Das weltweit größte soziale Netzwerk dient aber tatsächlich auch - zum Vernetzen. Da wird ein Fotoshooting mit Kandidat Max Giesinger verlost, werden Autogrammstunden angekündigt und die Fans zu Umfragen aufgefordert. Mit Erfolg: "Innerhalb von wenigen Tagen", erzählt "The Voice of Germany"-Sprecher Frank Wolkenhauer, "hatten wir bei Facebook 100.000 Fans." Mittlerweile sind es mehr als 330.000. Zum Vergleich: Das RTL-Konkurrenzprogramm "Deutschland sucht den Superstar" hat zwar rund 100.000 Fans mehr bei Facebook - dafür aber auch acht Staffeln Vorsprung.

19 Mitarbeiter nur für Online-Aktivitäten während der Liveshows

Fast 1300 Tweets haben die "The Voice of Germany"-Macher seit Sendestart im vergangenen November veröffentlicht. Sie reichen Infos zur Sendung weiter, retweeten (also: wiederholen) Lob von Zuschauern, verlinken auch hier Videos von der Website. 47.000 Follower haben die "The Voice"-Tweets abonniert.

Und selbst wer nicht selbst bei Twitter aktiv ist, kann beim Schauen der Liveshows von "The Voice of Germany" an diesem Kanal teilhaben. Während der Sendung werden Tweets eingeblendet. Lob der Coaches für ihre Schützlinge zum Beispiel, oder Kommentare ausgeschiedener Kandidaten. Backstage-Moderatorin Doris Golpashin (die selbst übrigens erstaunlicherweise bislang über fünf Tweets nicht hinausgekommen ist) fordert die Zuschauer zum Mitdiskutieren auf, bespricht mit den Kandidaten die Resonanz.

19 Mitarbeiter sind nach Angaben von Sat.1-Sprecher Frank Wolkenhauer während der "The Voice of Germany"-Liveshows allein mit Online-Aktivitäten beschäftigt. Sie pflegen die Website, den Facebook-Auftritt, twittern und moderieren die "Webshow".

Die "The Voice of Germany"-Kandidaten bei Facebook & Twitter

Max Giesinger postet Selbstporträts mit ulkiger Perücke, Michael Schulte verlinkt seine neuesten YouTube-Videos, und von Kim Sanders gibt's "Licht und Liebe" für all die Unterstützung. Auch die "The Voice of Germany"-Kandidaten selbst sind bei Facebook aktiv, und fast alle haben sie fünfstellige Fan-Zahlen.

Ähnlich bei Twitter: Percival tut seine Freude über die Songlist für die fünfte Liveshow kund, Michael Schulte wünscht auf gleichem Wege einen guten Start in die neue Woche, und Ramona Nerra kündigt an: "Freitag wird soooo spannend". Manch ein "The Voice of Germany"-Kandidat macht da zwar gerade erst die ersten Schritte, viele aber lassen ihre Follower schon höchst professionell am Leben zwischen Proberaum und Liveshow teilhaben

"Für die Talente", sagt Sprecher Frank Wolkenhauer, "sind die Sozialen Medien ein ganz wichtiges Instrument." Keiner der "The Voice of Germany"-Kandidaten sei von den Machern der Show dazu gezwungen worden, sich einen Twitter-Account anzulegen, betont er. Fan-Arbeit sei aber für den Erfolg entscheidend. "Und nichts geht einfacher, als seine Fans über Social Media auf dem Laufenden zu halten."