Wie Dunja Hayali einen Hassbrief-Schreiber bloßstellte

Die Journalistin und TV-Moderatorin Dunja Hayali hat sich per Facebook gegen einen Hasskommentar-Schreiber gewehrt – und zwar auf ganz spezielle Weise.
Die Journalistin und TV-Moderatorin Dunja Hayali hat sich per Facebook gegen einen Hasskommentar-Schreiber gewehrt – und zwar auf ganz spezielle Weise.
Foto: imago
  • Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht ZDF-Journalistin Dunja Hayali ein Hass-Schreiben eines gewissen "Lawrence von Arabien"
  • Darin enthalten sind Beschimpfungen übelster Art
  • Hayali kontert mit Ironie: Sie markiert die zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler des Absenders mit Rotstift

Berlin. Dunja Hayali ist für ihre Zivilcourage und ihre pointierte politische Meinung bekannt. Mehrfach bezog die ZDF-Journalistin und Moderatorin eindeutig Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit, etwa im Rahmen der Flüchtlingsdebatte. Zuletzt wurde sie für ihre Arbeit mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet. „Sie geht keiner Konfrontation aus dem Weg und flüchtet sich niemals in Ironie“, heißt es in der Begründung der Jury.

In ihrer Dankesrede sagte Hayali damals, sie würde den Preis sofort zurückgeben, „wenn ich die Situation in Deutschland damit ändern könnte“, und kritisierte die unzähligen Hassbotschaften in sozialen Netzwerken: „Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendetwas bringt, dieser ganze Hass?“ Dunja Hayali, geboren in Datteln in Nordrhein-Westfalen, ist Tochter irakischer Christen.

Doch die Hass-Emails und Schmähbriefe an die Journalistin gingen weiter. Deshalb suchte die 41-jährige erneut die Konfrontation – und setzte diesmal doch auf Ironie.

Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte Hayali ein Hass-Schreiben eines gewissen „Lawrence von Arabien“. Darin enthalten sind Beschimpfungen übelster Art – allerdings nicht selten in höchst fehlerhafter Orthografie. Dunja Hayali machte sich deshalb den Spaß, die Rechtschreib- und Grammatikfehler des Absenders mit Rotstift zu markieren: Insgesamt korrigierte sie an 54 Stellen!

„Lieber Lawrence von Arabien“, schreibt Hayali zudem in einem Kommentar an den Briefschreiber. „Ich hätte Ihnen gern privat geantwortet, aber ohne Absender war mir das nicht möglich. Deshalb antworte ich Ihnen nun öffentlich. Dass Sie ,gesetzestreu’ und ,hochqualifiziert’ sind, würde ich jetzt mal ganz vorsichtig anzweifeln. Mit allem anderen haben Sie natürlich Recht.“ Der Facebook-Post wurde inzwischen Hunderte Male geteilt und kommentiert. „UNFASSBAR!!! Und ich meine nicht nur die Rechtschreibung“, heißt es da etwa, oder: „Sehr gut gekontert!!“

Übelste Beschimpfungen im Hassbrief

In dem Schreiben beschimpft der Verfasser die Journalistin beispielsweise als „eine der dümmsten Ziegen, die beim ZDF arbeiten“ oder als „arabisches Stückchen Scheisse“. Anderes ist nicht zitierbar. Weiter heißt es in dem Brief: „Ich hoffe es gibt eines Tages eine Volksbefragung und wir können das ganze faule Ausländerpack wie dich los werden. Du wirst dann eine Klofrau auf dem Hauptbahnhof in Bagdad.“

In ihrer Dankesrede für die „Goldene Kamera“ hatte Dunja Hayali auch dies gesagt: „In einem Land, in dem die Meinungsfreiheit so ein hohes Gut ist, darf und muss jeder seine Sorgen und seine Ängste äußern können, ohne gleich in die rechte Naziecke gestellt zu werden. Aber wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt noch mal ein Rassist.“ Und solch einen Rassisten hat Hayali nun per Facebook bloßgestellt.

 
 

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