Wie der NSU-Terrorist Uwe Mundlos in den Tatort kam

Im "Tatort" tauchte plötzlich eine Akte des NSU-Terroristen Uwe Mundlos auf.
Im "Tatort" tauchte plötzlich eine Akte des NSU-Terroristen Uwe Mundlos auf.
Foto: Knut Vahlensieck
Viele Tatort-Fans dürften am Wochenende erstaunt gewesen sein: Plötzlich war in ihrem Krimi ein Foto des NSU-Terroristen Uwe Mundlos zu sehen. Die gestellte Akte eines Sexualverbrechers zeigte ein Foto, das das Landeskriminalamt Thüringen 1998 veröffentlicht hatte. "Irgendwie" sei das Bild in den Film geraten.

Hamburg. Ein Fahndungsfoto des mutmaßlichen Mitglieds der rechtsextremen Terrorgruppe NSU, Uwe Mundlos, ist in eine Folge des Kölner "Tatorts" gelangt. Das 1998 vom Landeskriminalamt Thüringen veröffentlichte Bild ist in einer Szene der Episode "Bestien" aus dem Jahr 2001 auf einer gestellten Akte eines Sexualverbrechers zu sehen.

Dies teilte die Produktionsfirma Colonia Media auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd mit und bestätigte damit einen am Donnerstag auf "Spiegel Online" veröffentlichten Bericht.

Offenbar soll das Bild zufällig Teil der fiktiven Akte geworden sein. Zur Zeit des Drehs seien die Requisiten "im wahrsten Sinne des Wortes zusammen gebastelt worden", sagte die Produzentin Sonja Goslicki von Colonia Media laut "Spiegel Online". Eine Praktikantin solle nach Angaben des damaligen Requisiteurs die "Phantasieakten" händisch aus Archivmaterial zusammen kopiert haben, hieß es. Das Foto von Mundlos sei demnach "irgendwie" dort hineingeraten.

Der ARD strahlte den betreffenden Kölner "Tatort" erstmals am 25. November 2001 aus. Zu der Zeit sollen Mundlos und sein mutmaßlicher Komplize Uwe Böhnhardt bereits Morde begangen haben. (dapd)