„Weicheier“: Slowakischer Politiker greift Merkel und Co. an

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Im ARD-Talk von Sandra Maischberger bot eine lahme Runde den zigsten Aufguss der Flüchtlingsdebatte. Nur einer redete Klartext.

Berlin.. Die meisten östlichen EU-Staaten grenzen sich strikt ab gegen den Flüchtlingsstrom. Ungarn etwa baut Zäune. Andere weigern sich rigoros, Zuzügler aufzunehmen. Etwa die Slowakei. Die Regierung in Bratislava fiel in der vielstimmigen Debatte der letzten Monate schon mal durch die Erklärung auf, man wolle keine Muslime im Land akzeptieren. „Sie würden sich bei uns nicht heimisch fühlen“, beschied ein Sprecher des slowakischen Innenministeriums knapp. Wie Rumänien, Tschechien und Ungarn sind die Slowaken gegen eine Verteilung der Flüchtlinge per Quote innerhalb der EU.

Einen erhellenden Einblick in die Gedankenwelt der Abgrenzer gewährte nun Richard Sulik, liberaler Europa-Abgeordneter und Ex-Präsident des slowakischen Parlaments. „Die ganze Welt fasst sich an den Kopf, was Deutschland seit zwei Monaten macht“, attackierte Sulik in der ARD-Runde von Sandra Maischberger am Dienstagabend die Politik der Regierung Merkel. Sulik forderte, Berlin solle die Grenzen für Flüchtlinge dichtmachen, denn: „Ein Land, das seine Grenzen nicht schützen kann, wird von Weicheiern regiert.“ Das ist die Tonlage, in der in der Europäischen Union inzwischen über die Flüchtlingskrise debattiert wird.

Sulik: „Merkel bricht die deutsche Verfassung“

Einwände ließ Sulik nicht gelten. Auch nicht, als Ex-Sozialminister Norbert Blüm einwarf, es gehe schließlich darum, Menschen in Not zu helfen. „Sie müssen sie nicht nach Deutschland bringen, wenn Sie sie retten wollen“, blaffte Sulik zurück. „Transitzonen an den Schengen-Außengrenzen“ seien die Lösung. Doch was mache stattdessen die Bundeskanzlerin? Sulik: „Sie bricht die deutsche Verfassung.“ Merkel rufe: „Alle sind eingeladen“. Die EU müsse „als ultima ratio“ auch über Zäune nachdenken, fand Sulik.

Er sei etwa „froh, dass Ungarn gehandelt hat“, als es die Grenzen nach Süden dichtmachte. Die Logik des Slowaken: „Es ist wichtiger die eigenen Leute zu retten, als die ganze Welt zu retten.“ Als SPD-Vize-Chef Rald Stegner ihm „Egoismus“ vorwarf, keilte Sulik deftig an die Adresse Stegners zurück: „Das ist populistisches Gelaber.“

Damit hatte Sulik sein rhetorisches Pulver aber noch nicht verschossen. Er legte nach: „Ich will in keinem Europa leben, in dem mehr Muslime als Christen geboren werden.“Und was die toten Kinder betreffe, deren Leichen derzeit fast täglich aus der Ägäis gezogen werden: Diese Toten seien eine Folge der humanitären Polizei von Deutschland und anderer Staaten. Zynischer geht es kaum.

 
 

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