WDR-Fernsehen - Neue Studie rügt zu viel "Menschelndes"

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn plant für Anfang 2016 eine umfassende Programmreform. Unter anderem mit mehr regionaler Information.
WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn plant für Anfang 2016 eine umfassende Programmreform. Unter anderem mit mehr regionaler Information.
Foto: imago/Horst Galuschka
Die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung hat das WDR- und MDR-Programm verglichen. Gerügt wird die hohe Wiederholungsrate. Es gibt aber auch Lob.

Frankfurt.. Die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung in Frankfurt hat ihre Kritik an den Dritten Programmen in einer weiteren Studie bekräftigt. Ein Autorentrio um Medienforscher Joachim Trebbe kam bei einer vergleichenden Programm-Analyse von WDR und MDR zu dem Ergebnis, dass beide Sender durch „hohe Wiederholungsraten“ auffallen.

Außerdem heißt es in der Studie, dass der Anteil allzu menschelnder Berichterstattung (Human Touch) „ein ähnliches Ausmaß wie bei der privaten Konkurrenz erreicht hat“. Damit erhebt die Studie indirekt den Vorwurf, derlei Beiträge richten sich eher ans Gefühl als an den Verstand.

WDR beharrt: Info-Anteil liegt bei 77 Prozent

Ferner werfen Trebbe & Co. WDR und MDR vor, den behaupteten Informationsanteil von 70 Prozent nicht zu erreichen. Immerhin bestehe das WDR-Programm zu 50 Prozent aus Info-Beiträgen.

Beim MDR liege er bei lediglich 37 Prozent, hieß es. Ausdrücklich würdigte Studie, „dass eine besondere Stärke des WDR in einer ausdifferenzierten, in vielen Fällen eher lokal anmutenden und auf die Ballungsräume bezogenen Berichterstattung liegt“.

Der WDR freute sich wenig überraschend über dieses Lob, bekräftigte aber zugleich den Anspruch, im Gesamtprogramm – Wiederholungen und Übernahmen aus der ARD inklusive – einen Info-Anteil von 77 Prozent zu haben.

Hier finden Sie die Programmanalyse von Otto-Brenner-Stiftung zum Download.

 
 

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