Unser Star für Baku – Blitztabelle kann weiter den Fans einheizen

Blitztabellen-Erfinder Stefan Raab (re.) und seine Jury-Kollegen Thomas D. und "Frida-Gold"-Sängerin Alina Süggeler können bis zum Finale mit der derzeitigen Form des Echtzeit-Votings rechnen. Eine Beschwerde bei der Medienaufsicht zieht vorerst keine Konsequenzen nach sich.
Blitztabellen-Erfinder Stefan Raab (re.) und seine Jury-Kollegen Thomas D. und "Frida-Gold"-Sängerin Alina Süggeler können bis zum Finale mit der derzeitigen Form des Echtzeit-Votings rechnen. Eine Beschwerde bei der Medienaufsicht zieht vorerst keine Konsequenzen nach sich.
Foto: ProSieben/Willi Weber
Die Fernsehsender ProSieben und ARD müssen sich wegen ihres Voting-Systems samt Blitztabelle bei „Unser Star für Baku“ erstmal keine Sorgen machen. Nach einer Beschwerde wegen künstlichem Zeitdrucks prüfen derzeit zwar Medienhüter das System. Doch die würden nicht vor März einen möglichen Verstoß rügen. Dann ist „unser Star für Baku“ längst Geschichte.

Essen.. Die Mühlen mahlen in Deutschlands Behörden manchmal sehr langsam. ProSieben und der ARD kann das nur recht sein. So ist nach DerWesten-Informationen schon jetzt klar, dass die Sender zumindest bis zum Ende des Vorentscheids von „Unser Star für Baku“ (USFB) keinen Ärger von den Medienwächtern wegen des umstrittenen Live-Votings samt Blitztabelle bekommen werden.

Kritik an künstlichem Druck durch Blitztabelle

Zwar ist direkt nach der ersten Show (12. Januar) von „Unser Star für Baku“ eine Beschwerde bei der Landesmedienaufsicht Berlin/Brandenburg eingegangen, doch frühestens im März – also lange nach dem Finale am 16. Februar – könnten ProSieben und ARD Konsequenzen drohen.

Die Beschwerde richtet sich gegen das Live-Voting bei „Unser Star für Baku“. Durch das Einblenden des Zwischenstandes in Kombination mit dem Aufruf, dass die Zuschauer kostenpflichtige Anrufe tätigen müssen, damit ihr Favorit in der Blitztabelle nicht zu weit abrutscht, werde gerade gegen Ende des Votings ein künstlicher Zeitdruck aufgebaut.

"Unser Star für Baku"-Jury heizte die Stimmung beim Telefon-Voting zusätzlich an

"Ist dein Star nicht in den Top 5, musst du natürlich alles tun, um ihn dahin zu bringen", forderte Jury-Präsident Thomas D. Der Sänger der Fantastischen Vier sowie seine Jury-Kollegen Alina Süggeler (Frida Gold) und Stefan Raab heizten die Stimmung in der ersten Folge von „Unser Star für Baku“ mit teils hysterischen Anfeuerungsrufen in den letzten zwei Minuten noch enorm an. Ab der zweiten Folge nahm sich die Jury gerade in der Endphase des Live-Votings etwas zurück.

Nachdem die Beschwerde einige Zeit bei der Medienanstalt Berlin Brandenburg lag und dort geprüft wurde, ist sie nun bei der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) gelandet und wird dort untersucht. „Die jetzt eingesetzte Prüfgruppe der ZAK schaut, ob das Voting-System von ,Unser Star für Baku’ möglicherweise gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen hat“, erklärt Friederike Grothe, Sprecherin der Medienanstalten. „Wenn diese Prüfgruppe einen möglichen Verstoß sehen sollte, dann wird der Anbieter angehört. Ein Beschluss der ZAK würde dann im März fallen können", heißt es weiter.

Frage nach Rechtmäßigkeit der Blitztabelle bei "Unser Star für Baku" noch nicht geklärt

Dass die Blitztabelle von „Unser Star für Baku“ für 2012 dann schon wieder Geschichte ist, spielt keine Rolle. „Die Beschwerde wird erst im üblichen Verfahren mit der nötigen Sorgfalt untersucht. Das gehört in unserem Rechtsstaat dazu“, begründet Friederike Grothe den langen Entscheidungsweg. Das bedeutet konsequenterweise allerdings auch, dass ProSieben und die ARD das von Stefan Raab vor wenigen Wochen kreierte Voting-System ohne eine rechtliche Grundsatzentscheidung seitens der Medienwächter bis zum Ende des ESC-Vorentscheids von „Unser Star für Baku“ unbehelligt einsetzen können.

Wegen eines ähnlichen Vorfalls mit künstlichem Zeitdruck wurde vor einigen Jahren der Gewinnspielsender 9Live zur Kasse gebeten. Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Gewinnspielsatzung hatten die Landesmedienanstalten gegen den Quizsender schließlich Bußgelder in Höhe von fast 100.000 Euro verhängt.

 
 

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