„Tatort“ und „Polizeiruf“ setzen auf rechtsextreme Stories

Berichten oder totschweigen – viele Medien ringen um den Umgang mit Rechtsextremen. TV-Krimis setzen immer öfter auf dieses Milieu.

Berlin.  Auf einem Bauernhof nahe Rostock haben sich Dutzende Neonazis breit gemacht, träumen von einer völkischen Heimat. Eine Aussteigerin, die bei einer populistischen Partei einstieg, wird getötet. Die ARD-Kommissare vom „Polizeiruf 110“ übernehmen den Fall in dem „braunen Bullerbü“ an der Ostsee.

Wem dieser Plot bekannt der Folge „In Flammen“ an diesem Sonntag in der ARD vorkommt, täuscht sich nicht. Erst Mitte Mai ging es im „Tatort: Sonnenwende“ um eine Gruppe rechter Bauern, die im Schwarzwald ihre völkisch-rechten Blut-und-Boden-Fantasien ausleben, als ein Mord geschieht.

Damit nicht genug. Anfang Juni hatten es die Münchner „Tatort“-Kommissare in der Folge „Freies Land“ mit rechten Aussteigern und Verschwörungstheoretikern zu tun, die den real existierenden „Reichsbürgern“ nachempfunden waren. Und auch die „Polizeiruf“-Folge „Demokratie stirbt in Finsternis“ im April, in der es um sogenannte Prepper ging, spielte in die rechte Szene hinein als es um eine Dorf-Gang ging.

ARD: „Tatort“ greift immer aktuelle Themen auf

Setzen die Macher von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ gezielt auf das rechte Milieu, um Quote zu machen. Beim Ersten sieht man das nicht so. „Es ist nicht ,gewollt’, dass Krimis vermehrt im rechtsextremen Milieu angesiedelt sind, sondern es sind Stoffe, die aus sehr unterschiedlichen Perspektiven und Motiven und von verschiedenen Sendern in der letzten Zeit umgesetzt wurden“, sagte eine ARD-Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

Der „Tatort“ habe „immer aktuelle Themen aufgegriffen“, so die Sprecherin weiter. Die momentane Häufung in der Ausstrahlung habe sich „hauptsächlich aus der Fertigstellung der einzelnen Krimis ergeben“. Und weiter: „Soweit wir das Jahr überblicken können, stehen erst mal andere Stoffe und Milieus im Vordergrund.“

Allerdings: Gerade wurde eine neue Folge des Dortmunder „Tatorts“ abgedreht. Darin geht es um einen Mord auf einem ehemaligen Zechengelände. „Eine Spur“, so die ARD-Ankündigung, „führt zu einem sogenannten Reichsbürger“. Gesendet werde Ende des Jahres.

 
 

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