„Tatort" Schwarzwald auf ARD: Ein totes Mädchen und gefährliche Vaterlandsliebe

Ein Bauernhof im Schwarzwald wird zum „Tatort“. Ein totes Mädchen und gefährliche Vaterlandsliebe sind Stoff für den neuen ARD-Krimi.

Freiburg.  Die Bauern im Schwarzwald schwören auf Tradition und Heimattreue. Gepflanzt und geerntet wird im neuen „Tatort“ naturnah und streng biologisch. Doch die ländliche Idylle trügt. Völkisches Gedankengut, Rassismus und der Mord an einem Mädchen rufen die Kommissare Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner auf den Plan.

„Sonnenwende“ ist an diesem Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD ihr zweiter Fall. Er zeigt den Schwarzwald von seiner dunklen Seite.

„Tatort: Sonnenwende“ spielt unter Bauern

Löbau (46) und Wagner (49) verkörpern seit Oktober vergangenen Jahres die beiden Freiburger Ermittler Franziska Tobler und Friedemann Berg. In „Sonnenwende“ untersuchen sie den Tod eines Mädchens namens Sonnhild. Es ist die älteste Tochter einer Schwarzwälder Bauernfamilie, die nach strengen Regeln lebt. Ermittler Berg kennt den Vater des toten Mädchens seit seiner Schulzeit.

„Das sind ja echt Hardcore-Ökos“, sagt seine Kollegin, als sie dem Bio-Bauernhof im Schwarzwald einen Besuch abstatten. „Die machen das richtig hier“, meint der Kommissar. Dann kommt heraus, dass das Mädchen schwanger war und eine Abtreibung wollte. Ein Arzt gerät wegen des Verdachts der Fehlbehandlung ins Visier der Ermittler – ebenso die Familie. Hinzu kommen sogenannte Heimatfreunde, deren Vaterlandliebe gefährlich ist.

Ein „Tatort“ mit viel leisen Tönen

Inszeniert hat den Fall der österreichische Filmemacher Umut Dağ (36) nach einem Drehbuch von Patrick Brunken. Er erzählt bildstark und atmosphärisch, lässt auch leise Töne und lange Sequenzen zu. „Es ist eine spannungsgeladene Geschichte mit einem Konflikt, der aktuell ist und sinnbildlich für gesellschaftliche Veränderungen von heute: Völkisches und rassistisches Gedankengut kommt im Kleid von Heimatliebe und Traditionsbewusstsein daher“, sagt Dağ.

Es ist viel Stoff für 90 Minuten. So geht es unter anderem um die Nöte der Bauern, um Konflikte innerhalb einer Familie und an einer Schule, um nationalistische Umtriebe und um eine tödliche V-Mann-Affäre. Außerdem erfahren Zuschauer mehr über das neue Ermittler-Duo, von denen bislang wenig bekannt war.

„Die Dreharbeiten waren etwas Besonderes“, sagt Löbau. Gespielt wurde, wie im ersten Fall auch, meist in der Natur. Verfolgungsszenen im Wald etwa hätten ihren ganz eigenen Charme. „Räuber und Gendarm spielt ja fast jedes Kind. Dass wir Erwachsene hierfür nun wieder in den Wald rausgehen durften, hat großen Spaß gemacht.“ (dpa)

 
 

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