„Stürmische Aussichten“ - Klimawandel in 3sat

Mit seinen Rekorden in der Polarregion ist Lewis Gordon Pugh wohl der extremste Schwimmer der Welt. Foto: ZDF
Mit seinen Rekorden in der Polarregion ist Lewis Gordon Pugh wohl der extremste Schwimmer der Welt. Foto: ZDF
Foto: Terje Eggum, Michael Walker, Jason Roberts

Essen.. „Das Schicksal der Menschen wird sich in der Arktis entscheiden“, meint Lewis Pugh. Und schwimmt nur in einer Badehose im 1, 7 Grad kalten Wasser. Mit „Stürmische Aussichten“ startet der Fernsehsender 3sat Montag seine Themenwoche zum Klimawandel.

Die Crew ist bis zur Unkenntlichkeit eingemummelt. Dicke Winterjacken, Schals, Wollmützen schützen vor dem eisigen Schneetreiben. Am Horizont trollt eine Eisbärmutter mit ihrem Kleinen durch den Schnee, lässt sich ins glasklare, minus 1,7 Grad kalte Wasser am Nordpol gleiten. Auf der anderen Seite der Bucht verlässt Lewis Pugh seine Mannschaft. Nur mit Badehose, Bademütze und Schwimmbrille bekleidet stürzt er sich ins Polarmeer und schwimmt.

Einen Kilometer und 20 Minuten später entsteigt er den Fluten. Pugh, Extremschwimmer und Halter zahlreicher Weltrekorde, will mit seinem Ausflug an den nördlichsten Punkt unserer Erde Politiker wachrütteln. „Das Schicksal der Menschen wird sich in der Arktis entscheiden. Wenn sie schmilzt, betrifft es uns alle“, sagt er. Dazu sei er hier, „um zu zeigen, wie fragil unsere Umwelt ist“.

Pugh, „der Polarschwimmer“ ist der Auftaktfilm zur 3sat-Themenwoche „Stürmische Aussichten“. Bis Freitag geht es in insgesamt elf Beiträgen um Klimawandel und Klimaschutz. Aber auch um die Manipulationsversuche der Wissenschaft. „Wolken werden schon heute mit Trockeneis geimpft, um Gewitter abzuschwächen oder Schneewolken früher ausschneien zu lassen“, berichtet der Meteorologe Gunther Tiersch.

Wetter nach Maß

In der Dokumentation „Wetter nach Maß“ hinterfragt die Filmemacherin Katharina Finger diese Beeinflussungen der Natur (Mittwoch, 20.15 Uhr). In 30 Ländern der Welt werden sie inzwischen praktiziert. Katharina Finger besucht Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, die mit Hilfe von Laserstrahlen künstlichen Regen herstellen wollen. Das Team will die Notwendigkeit des sogenannten Geo-Engineerings kritisch hinterfragen, möchte wissen, ob die Folgen für die Umwelt absehbar sind.

Meteorologe Tiersch glaubt nicht, dass Geo-Engineering im globalen Maßstab funktionieren kann. Was man beeinflussen könne, sei die Wolkenbildung. Die sei zum Beispiel abhängig von Salz und Dreck in der Atmosphäre. „Gelänge es, Gebiete zu säubern und so Wolken zu verhindern, wäre das ein riesiger Eingriff“, erläutert er. Das Positive: „Vielleicht könnte man Überschwemmungen verhindern, würde eventuell in touristischen Gebieten die Sonne scheinen lassen“. Aber natürlich gebe es auch eine Kehrseite. Man könne die neue Technik auch militärisch einsetzen. „Ohne Niederschlag wäre die Ernte eines Landes bedroht. Das ist ein unheimlicher Machtfaktor, kann politische Systeme destabilisieren.“

Eine Woche geht es um Naturphänomene, die sich durch den Klimawandel beängstigend entwickelt haben, werden Orkane, Taifune, Gletscherschmelze thematisiert. Es wird aber auch klar, dass wir nicht ohnmächtig am donnernden Abgrund stehen. Der Jurist und Anwalt von Mensch und Natur, Lewis Pugh, macht es zum Auftakt klar: „Mit Disziplin und Courage kann man alles erreichen“, sagt er. Jeder kann seiner Meinung dazu beitragen, diese Erde zu retten.

 
 

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