So gekonnt entlarvt Comedian Olli Dittrich die TV-Schnulzen

Daheim bei „Trixie Dörfel“: Olli Dittrich (r.) als gealterter Kinderstar bekommt vorweihnachtlichen Besuch von Stefanie Hertel.
Daheim bei „Trixie Dörfel“: Olli Dittrich (r.) als gealterter Kinderstar bekommt vorweihnachtlichen Besuch von Stefanie Hertel.
Foto: Beba Lindhorst / WDR
Olli Dittrich als Ex-Kinderstar Trixie Dörfel. Der Verwandlungskünstler parodiert genüsslich die vorweihnachtlichen TV-Schnulzen.

Berlin.  Trixie Dörfel hat ihre besten Berufsjahre hinter sich. Es ist lange her, dass sie mit ihrem Hit „2 Kugeln Eis mit Sahne“ zum Kinderstar wurde. Ihr Wiener Charme ist in die Jahre gekommen, sie hält sich mit der Rolle der Dr. Jacoby in der TV-Serie „Klinikparadies“ über Wasser. Zuhause tröstet sie sich mit Rotwein und ihren Ehrenpreisen wie dem „Goldenen Löffel der Stadt Bad Hersfeld“.

Da passt es gut, dass das Fernsehen zu einer Homestory vobeischaut, bei der sie ihre neue Weihnachts-CD „Trixie Wonderland“ präsentieren darf. Leise rieselt der Schmalz...

Stefanie Hertel als Promi-Reporterin

Die Figur des gealterten Kinderstars Trixie Dörfel ist eine Paraderolle für Olli Dittrich. In 30 vergnüglichen Minuten zerlegt der Experte für die fein ziselierte Satire genüsslich gleich mehrere TV-Genres.

Trailer Trixie Wonderland

Trailer Trixie Wonderland

Die Story: Dittrich/Dörfel – blonde Langhaarfrisur, weißes Kostüm, zementiertes Kamera-Lächeln – empfängt daheim bei „peruanischem Nieswurztee“ und Stollengebäck die (ganz reale) Stefanie Hertel zum TV-Special „Weihnachten mit Trixie Dörfel“.

Ein Waschbär in der Zimmerecke

Aus diesem Stoff entwickelt Dittrich mit Co-Autor Claudius Pläging und Co-Regisseur Tom Theunissen eine absurd-schräge Geschichte. So ist Trixie Dörfels Haus vollgepflastert mit grotesken Malereien der Schauspielerin Christine Neubauer („A ganz a zauberhafte Kollegin“) und Erinnerungstücken an „Peter Pudel, mein zweiter und vierter Ehemann“. In einer Zimmerecke steht ein ausgestopfter Waschbär.

Wie schon bei seinen Satiren mit dem Fernsehreporter „Sandro Zahlemann“ oder „Schorsch Aigner – der Mann, der Franz Beckenbauer war“ verzichtet Dittrich auch bei „Trixie Dörfel“ auf krachende Pointen und schenkelklopfende Gags.

Die geschäftstüchtigen Promis

Stattdessen entlarvt er mit feinem Blick das verlogene Genre der TV-Homestorys ebenso gekonnt wie das nervige Charity-Gehabe oder die Geschäftstüchtigkeit vieler Promis. Ganz ungeniert darf Trixie Dörfel nicht nur die neue CD, sondern auch ihre Kosmetikpflegeserie „TriXiebzehn“ in die Kamera halten oder für ihr „Dörfel-Dorf“, ein Waschbär-Rettungsprojekt, werben.

Olli Dittrich nutzt erneut die Gelegenheit, sein enormes parodistisches Talent voll auszuspielen. Wieder einmal gelingt es ihm, so überzeugend in seine Rolle zu schlüpfen, dass man beim Zuschauen gelegentlich zu glauben denkt, da plappere sich eine echte Trixie Dörfel um Kopf und Kragen.

„Trixie Wonderland – Weihnachten mit Trixie Dörfel“: ARD, 21. Dezember, 22.55 Uhr

 
 

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