Reporterin stellt AfD-Frau von Storch eine simple Frage – und das Interview eskaliert

Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch war zum Video-Interview beim britischen Sender BBC geladen.
Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch war zum Video-Interview beim britischen Sender BBC geladen.
Foto: Kay Nietfeld / dpa
  • Der Sender BBC führte ein Interview mit Beatrix von Storch
  • Das Gespräch zwischen der Politikerin und der Reporterin eskalierte am Schluss
  • Auf Twitter gibt die AfD-Politikerin der Reporterin die alleinige Schuld

Berlin.  Anlässlich eines Trump-Tweets zu Einwanderung und Kriminalität in Deutschland, den Beatrix von Storch offenbar für gut befand und selbst retweetete, führte der britische TV-Sender BBC ein Video-Interview mit der AfD-Politikerin – ein Gespräch, das es in sich hatte.

Nachdem Journalistin Emily Maitlis eine einfache Frage an Beatrix von Storch richtete, eskalierte die Situation.

Auslöser war ein Trump-Tweet

Doch nochmal kurz zurück: Am 18. Juni setzte Donald Trump einen Tweet ab, indem er den deutschen Bürgern vorwirft, sich gegen die eigene Regierung zu erheben, während Migration die ohnehin schon schwache Koalition erschüttere – wegen des flüchtlingsbedingten Anstiegs von Gewalt.

Beatrix von Storch war offenbar gleicher Meinung und retweetete diese – bewiesenermaßen falsche – Aussage.

Gespräch zu Einwanderungspolitik

Das BBC-Interview drehte sich von Anfang an um das AfD-Dauerthema Migration und Flüchtlinge. Anfangs noch sehr harmonisch verlief das Gespräch, indem Beatrix von Storch sich unter anderem dafür aussprach, illegale Flüchtlinge zur Not mit Gewalt auszuweisen, sollten sie nicht freiwillig das Land verlassen.

In den letzten Minuten erst wurde das Interview zu einer hitzigen Diskussion, als die Reporterin die AfD-Frau auf ihre Haltung zum Trump-Tweet ansprach und die Politikerin mit dieser Frage konfrontierte: „Sie haben kürzlich Donald Trump, der gesagt hat: ‘Die Kriminalität in Deutschland steigt stark an’, retweetet. Sie wissen schon, dass das faktisch falsch ist, oder?“

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„Das ist nur Müll“

Darauf reagierte Beatrix von Storch unmittelbar wütend: „Das ist nur Müll. Sorry, dass ich das so deutlich sagen muss. Sie vergleichen nur absolute Zahlen.“ Die Journalistin würde nicht erkennen, dass Fahrraddiebstähle zwar zurückgegangen, aber „Verbrechen gegen die Gesundheit von Menschen, gegen das Leben von Menschen“ drastisch gestiegen seien.

Als Emily Maitlis daraufhin noch einmal vehement und mit erhobener Stimme nachhakte, reichte es der AfD-Politikerin: „Sie hören mir einfach nicht zu!“ Und plötzlich hob von Storch das Gespräch auf eine persönliche Ebene, als sie meinte: „Sie müssen mich nicht anschreien, wenn Sie ein Interview machen! Es ist einfach falsch!“

Beatrix von Storch legt nach

Das Gespräch war danach schnell zu Ende. Für Beatrix von Storch war das Thema aber noch nicht erledigt. In einem Tweet hetzte sie noch einmal gegen den vermeintlich erhobenen Ton der BBC-Reporterin: „Bemerkenswertes Interview. Diese BBC-Redakteurin hat mich derart angebrüllt mit ihren hysterischen Fragen, dass ich sie später noch bitten musste, nicht so rumzuschreien.“

Statt auf den Inhalt des BBC-Interviews zu verweisen, goss die Politikerin zum Thema Stimmlage und Ton der Journalistin damit noch einmal Öl ins Feuer. In einem zweiten Tweet dazu resümierte sie weiter: „Die Dame war einfach überfordert.“

Hysterie, Geschrei und Überforderung – was klingt wie die Beschreibung einer Katastrophensituation ist in Wirklichkeit nur deutliche und vehemente Gesprächsführung. In diesem Video gibt es das gesamte Interview noch einmal zu sehen:

AfD-Politikerin Beatrix von Storch im BBC-Interview

(alka)

 
 

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