"Offroad" ist Klamauk mit Kinostars Tschirner und M'Barek

Meike Pelzer (Nora Tschirner) findet im Film "Offroad" 50 Kilo Kokain in einem Auto. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt.
Meike Pelzer (Nora Tschirner) findet im Film "Offroad" 50 Kilo Kokain in einem Auto. Ihr Leben wird auf den Kopf gestellt.
Foto: dpa
Aus der Provinz ins Großstadt-Abenteuer: Nora Tschirner sehnt sich als Meike Pelzer, Erbin einer Gartenbedarfsfirma in der Provinz nach einem aufregenderen Leben. Prompt findet sich 50 Kilo Kokain in einem ersteigerten Auto. Das Abenteuer beginnt. Das ZDF zeigt den Kino-Klamauk diesen Donnerstag.

Berlin. Meike Pelzer (Nora Tschirner, "Keinohrhasen") ist Ende 20, künftige Chefin der Gartenbedarfsfirma ihrer Eltern in Geilenkirchen bei Aachen und verlobt mit dem strebsamen Juristen Philip (Max von Pufendorf). Mit anderen Worten: "eine völlig durchschnittliche junge Frau", wie sie selbst (als Off-Erzählerin) von sich sagt.

Doch in Wahrheit sehnt sich die Provinzlerin, die beim Schützenfest gern mal einen über den Durst trinkt, nach einem Dasein fern ausgetretener Pfade. Als sie in einem Oldtimer-Jeep, den sie ersteigert hat, 50 Kilo Kokain entdeckt, braust sie los in Richtung eines heißeren Lebens.

Sündenbabel Düsseldorf und Berlin

Das als irrwitzig angelegte Kino-Roadmovie "Offroad - Pack das Leben bei den Hörnern" - am Donnerstag um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen - schickt seine im Kern brave Heldin in die Sündenbabel Düsseldorf und Berlin.

Sie gerät in Verfolgungsjagden in schicken Schlitten und wüste Prügeleien. Denn dem Rauschgift, das die Blümchenbluse tragende Meike in kleinen Dosen an Endverbraucher verhökern will, sind dessen vermeintlich wahre Besitzer stets auf der Spur: Die von der Pleite bedrohten Eventmanager Tuschi, Julian und Ulf (Tonio Arango, Thomas Fränzel, Stefan Rudolf) haben an Meikes altem Chrysler mit dem Büffelkopf auf der Kühlerhaube einen Peilsender angebracht.

Lebens- und Liebeskünstler Salim taucht auf

Und dann ist da noch der gut aussehende Salim (Elyas M'Barek, "Fack ju Göhte"), Lebens- und Liebeskünstler mit Migrationshintergrund aus Berlin. Schlawiner oder Mr. Right? "Im Leben ist jeder Tag wie ein Glücksspiel - für jeden von uns", erklärt die Heldin gleich zu Beginn.

Und so mag sich bei manchem Zuschauer bald der Verdacht aufdrängen, dass er bei dieser Lotterie mit seiner Programmauswahl aus der Reihe "Deutsches Kino im Zweiten" keinen Hauptgewinn gezogen hat. Auch der Charme der Leinwandstars Tschirner und - durch "Fack ju Göhte" gerade zu immensem Ruhm gekommen - M'Barek sowie Leslie Malton, Dominic Raacke und Axel Milberg als Gäste können nichts daran ändern: Klamauk statt Komik, Klischee statt Originalität, flache Typen und eine vorhersehbare Handlung zeichnen den Film aus, den Regisseur Elmar Fischer nach einem Buch von ihm selbst und Susanne Hertel drehte.

Trotzdem gelang es dem Streifen der Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion, co-produziert von Dr. Wilfried Ackermann Filmproduktion und ZDF, 2012 mehr als 420.000 Zuschauer in die Kinos zu ziehen. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh ihm sogar das Prädikat "Besonders wertvoll". Regisseur Fischer, 1968 in Geilenkirchen geboren, fiel bislang vor allem durch "Tatort"-Folgen auf, etwa "Letzte Tage" mit Eva Mattes (2013). "Offroad" ist sein zweiter Spielfilm nach "Fremder Freund" (2003). (dpa)

 
 

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