Notruf Hafenkante – Hardy Krüger jr. startet durch

Dr. David Lindberg (Hardy Krüger jr.) sitzt im Rollstuhl. Daneben: Dr. Jasmin Jonas (Gerit Kling).
Dr. David Lindberg (Hardy Krüger jr.) sitzt im Rollstuhl. Daneben: Dr. Jasmin Jonas (Gerit Kling).
Foto: ZDF und Boris Laewen
Von Nackenschlägen, seien sie privat, seien sie beruflich, lässt sich der Schauspieler Hardy Krüger jr. nicht unterkriegen. Kein Wunder, dass er entspannt wirkt.

Köln.. Hardy Krüger jr. lässt sich nicht unterkriegen – weder beruflich noch privat. Das bewundert er auch an seiner neuen TV-Rolle.

Es gebe nur zwei Alternativen: „Entweder man bleibt liegen, oder man steht auf“, sagt Hardy Krüger jr.. Dabei meint der 47-jährige Schauspieler seine neue Rolle, Dr. David Lindberg, in der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ (19.25 Uhr). Es ist aber auch seine persönliche Lebenseinstellung. Beim Gespräch in einem Kölner Hotel wirkt er abgeklärt und entspannt.

Dabei musste Krüger in der Vergangenheit mit Problemen kämpfen. Zuletzt war es die Trennung von Ehefrau Kathrin Fehringer im Frühjahr 2015. Als Dr. Lindberg ist er nun an den Rollstuhl gefesselt. Wie es dazu kam? Die Produzenten der Serie hatten den im schweizerischen Lugano geborenen und zum Teil in Tansania aufgewachsenen Schauspieler bei den Kammerspielen Hamburg gesehen. Dort steht Krüger seit 2014 mit „Ziemlich beste Freunde“ auf der Bühne. Im Stück zum Film spielt er den Gelähmten Philippe. Während der mit Hilfe seines unkonventionellen Pflegers neuen Lebensmut schöpft, hadert TV-Charakter Dr. Lindberg mit seinem Schicksal. Gegenüber Mitmenschen ist er ausfallend und ruppig.

Keine Klischees bedienen

Trotzdem mag Krüger die Figur, lobt den Mut von Studio Hamburg und freut sich über die neue Herausforderung. Es gehe darum „keine Klischees zu bedienen“, sondern zu zeigen „wie das wirklich ist“. Lindberg mache eine Wandlung durch: „Vergebung ist ein Thema.“ Der 47-Jährige selbst könne das, sagt er. Vergebung sei der erste Schritt zu innerer Freiheit. „Ich kann auch Fehler eingestehen, suche sie zuerst bei mir.“

Der Sohn des Schauspielers und Schriftstellers Hardy Krüger hatte ein bewegtes Leben in verschiedenen Ländern. Zur Schauspielerei kam er Ende der 80er in Los Angeles, nachdem er eine Ausbildung zum Barmann gemacht hatte. Neben dem Schauspielunterricht arbeitete er für amerikanische Fernsehshows. In Deutschland wurde Krüger mit der ARD-Serie „Nicht von schlechten Eltern“ und der Hauptrolle in „Gegen den Wind“ bekannt. Internationale Produktionen und Hauptrollen in Filmen wie „Stauffenberg“ folgten. Von 2006 bis 2013 war er als Förster Stefan Leitner in der ZDF-Fernsehserie „Forsthaus Falkenau“ zu sehen.

Krügers Herz hängt am Theater

Krügers große Leidenschaft aber ist das Theater: „Da hängt für mich das Herz“. Vom Schauspiel erzählt er sichtlich begeistert. „Wir sind so beseelt, jeden Abend, wenn wir da rauskommen.“ Auf der Bühne sei es eine noch größere Herausforderung gewesen, den Rollstuhlfahrer zu mimen, da er sich kaum bewegen kann. Mit „Das Boot“ steht die nächste Film-Adaption fürs Theater in den Startlöchern. Warum er überhaupt noch Fernsehen mache? „Vieles ist Job“, gibt Krüger nüchtern zu. Aber die neue Rolle sei nicht so eindimensional wie andere.

Nebenbei malt und fotografiert der 47-Jährige – „zur Ablenkung“. In den vergangenen Jahren habe er manchmal gedacht, die privaten Probleme würden nie aufhören. Die Trennung von Kathrin Fehringer sei vernünftig und mit viel Liebe abgelaufen. Sie sei eine „tolle, intelligente und hübsche Frau“ vor der er sehr viel Respekt habe. Aber: „Das Leben geht weiter.“

 
 

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