Nikolaus Brender talkt ab heute bei n-tv

Er ist wieder da: Nikolaus Brender kehrt auf den Bildschirm zurück. Mit der Sendung „Bei Brender“ bei n-tv. Foto: dapd
Er ist wieder da: Nikolaus Brender kehrt auf den Bildschirm zurück. Mit der Sendung „Bei Brender“ bei n-tv. Foto: dapd
Foto: dapd
Der ehemalige Chefredakteur des ZDF Nikolaus Brender kehrt zurück auf den Bildschirm – als Gastgeber der Interviewsendung „Bei Brender“. Am Donnerstag, 2. Februar, ist er zum ersten Mal im Einsatz.

Essen.. Nikolaus Brender, der ehemalige ZDF-Chefredakteur, kam nicht gegen die CDU-Armada um Ex-Ministerpräsident Roland Koch an. Er erhielt vor zwei Jahren keinen neuen Vertrag. Jetzt kehrt der 63-Jährige ins Fernsehen zurück. Am Donnerstag, 17.10 Uhr, bittet n-tv erstmalig zur Interview-Sendung „Bei Brender“. Jürgen Overkott sprach mit ihm.

Sie sind beim ZDF nicht freiwillig gegangen. Ist Ihr Zorn verraucht?

Brender: Ich war nie zornig, überhaupt nicht. Ich musste immer damit rechnen, dass die Politik versucht, Einfluss zu nehmen. Und ich wusste, dass ich mit manchen Politikern, denen ich nicht zu Kreuze gekrochen bin, Schwierigkeiten haben würde. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass mit unfairen Methoden gearbeitet werden würde.

Was würden Sie im Rückblick anders machen?

Die Frage habe ich mir nicht gestellt – vor allem nicht im Hinblick auf meinen Abgang. Was man anders machen kann, frage ich mich ansonsten jeden Tag.

Sie haben sich eine Zeit lang neu sortiert…

Ich habe mir bewusst eine Auszeit genommen, um nicht in Interessen-Konflikte zu geraten. Diese Zeit ist jetzt rum.

Jetzt drängt es Sie wieder zurück ins Fernsehen. Sind Sie ein Kamera-Junkie?

Von Drängen kann nicht die Rede sein. Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr auf die Mattscheibe zurückzukehren. Und dann kam, im vorigen Dezember, ein Anruf von Friedrich Küppersbusch. Er stellte mir die Frage, ob ich mir vorstellen könnte, der Anchorman einer Sendung bei n-tv zu sein. Meine Antwort lautete: Normalerweise möchte ich nicht mehr ins Fernsehen, es kommt aufs Format an. Und dann stellte sich heraus, dass er ein Format plante, das sich einem Klassiker des amerikanischen Fernsehens von NBC näherte: „Meet The Press“. Das hatte ich vor Jahren schon beim ZDF machen wollen, konnte es aber aus Platz- und Etatgründen nicht realisieren. Nach dem Gespräch habe ich zwei, drei Tage überlegt und gesagt: Das mache ich.

„Ich frage immer, was ich selbst für richtig halte“

Haben Sie mehr Freiheit?

Ich habe auch beim ZDF immer das gefragt, was ich selbst für richtig hielt. Denken Sie an Gespräche mit Gerhard Schröder, mit Kohl, mit Merkel. Ich habe mir immer die Freiheiten genommen, die ich mir nehmen wollte. Das wird bei n-tv nicht anders sein.

Wir haben im Fernsehen ein riesiges Angebot an Talkshows. Warum hat Ihr Talk gerade noch gefehlt?

Es ist eben kein Talk – es ist eine Interviewsendung. Sie muss, wie „Meet The Press“, kurzweilig sein. Alle Beteiligten werden versuchen, aus einer Person des politischen oder doch zumindest des öffentlichen Lebens so viel wie möglich herauszuholen. Tatsächlich gibt es im deutschen Fernsehen keine Sendung, in der Journalisten unterschiedlicher Couleur und unterschiedlichen Temperaments aus unterschiedlichen Verlagen zusammenkommen, um eine Person zu befragen. So gesehen, hat eine solche Sendung bisher gefehlt.

Der Unterschied zu den Talks: In einer Talkshow sitzen ein Gastgeber und mehrere Gäste, bei Ihnen sitzen mehrere Gastgeber und ein Gast. Aber, mal ehrlich, wer lässt sich denn gern grillen?

Es werden alle Politiker gern kommen, die die Demokratie ernst nehmen, die keine Angst vor Journalisten haben und die nichts zu verbergen haben.

Steht der Bundespräsident auf Ihrer Gesprächsliste?

Es wäre geschickter gewesen, wenn er sein erstes Interview in einer Sendung wie dieser gegeben hätte. Meine Kollegen Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf haben in der wenigen Zeit, die Ihnen zur Verfügung stand, ein gutes Interview geführt. 15 Minuten waren zu wenig. Eigentlich hätten für dieses Gespräch 45 Minuten zur Verfügung stehen müssen.

Mal angenommen, Ihr früherer Gegner Roland Koch wäre bereit, in Ihre Sendung zu kommen. Würde er eingeladen?

Was auch immer in der Vergangenheit geschah – als Journalist muss man davon absehen. Das einzige Interesse muss ein journalistisches sein. Wenn Koch also mit Bilfinger + Berger Erstaunliches erreichen würde, warum sollte er in meiner Sendung nicht auftauchen?

 
 

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