Netflix startet Dreharbeiten für „Skylines“ mit Richy Müller

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Netflix wappnet sich mit neuen Eigenproduktionen gegen die Konkurrenz. Eine davon widmet sich der Frankfurter Hip-Hop- und Drogenszene.

Berlin.  Anfang Dezember startet die zweite deutsche Netflix-Serie „Dogs of Berlin“, fünf weitere stehen aber schon in den Startlöchern. Am Donnerstag haben die Dreharbeiten für „Skylines“ begonnen, eine Serie über die Hip-Hop-Szene in Deutschland.

Außerdem in Vorbereitung sind eine Comedyserie von den Produzenten des Neo Magazin Royale und eine post-apokalyptische Saga von den Machern der ersten deutschen Netflix-Serie „Dark“.

Hier die neuen Serien im Überblick:

„Tribes of Europa“

Wie sieht die Welt im Jahr 2070 aus? Regisseur Philip Koch zeichnet ein düsteres Bild: Eine mysteriöse Katastrophe hat Europa in zahlreiche Mikro-Staaten zerfallen lassen. Ein Kampf um die Vorherrschaft bricht aus, in dessen Mittelpunkt die Geschichte dreier Geschwister steht. Sie sollen nicht weniger als das Schicksal des Kontinents verändern.

Produzent der Saga ist Wiedemann & Berg Television – ein alter Bekannter für Netflix, arbeitete man doch bereits bei „Dark“ zusammen. Die vor rund einem Jahr veröffentlichte erste deutsche Serie war ein unerwarteter weltweiter Erfolg.

Zu den Arbeiten von Regisseur Koch zählen unter anderem diverse „Tatort“-Folgen, darunter der Porno-Krimi „Hardcore“. 2013 wurde er für den TV-Film „Operation Zucker“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

„Don’t try this at home“

Eine Serie wie diese war lange erwartet worden: Erstmals investiert Netflix in ein deutsches Komödienformat. „Don’t try this at home“ erzählt die Geschichte eines Schülers, der aus seinem Kinderzimmer heraus Europas größten Online-Drogenversand aufzieht. Das Ziel: die Liebe seines Lebens zurückzugewinnen.

Inspiriert ist die Serie von einer wahren Begebenheit: Ein 20-Jähriger aus Leipzig hatte rund 914 Kilogramm Drogen von seinem Kinderzimmer aus ins Ausland verkauft. 2015 erhielt er dafür sieben Jahre Haft.

Für die anspruchsvolle Aufgabe, Comedy so zu produzieren, dass sie weltweit funktioniert, hat sich Netflix die bildundtonfabrik ins Boot geholt. Bekannt ist die mehrfach mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Produktionsfirma vor allem für die ZDF-Sendungen Neo Magazin Royale, Roche & Böhmermann sowie Schulz & Böhmermann.

„Skylines“

Zwielichtig wird es in dieser in Frankfurt am Main spielenden Serie. Oder wie Netflix die Stadt nennt: Crack City. Ein junger Hip-Hop-Produzent erhält die Chance seines Lebens, als er bei Skyline Records unterschreibt. Doch dann erscheint der kriminelle Bruder des Label-Chefs auf der Bildfläche, seines Zeichens größter Rap-Star Deutschlands. Er fordert seinen Anteil.

Zu den Hauptdarstellern gehören Richy Müller, den viele als Stuttgarter „Tatort“-Kommissar kennen, und Edin Hasanovic („Brüder“, „Nur Gott kann mich richten“). Er wurde 2016 mit der Goldenen Kamera als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet und spielte eine Hauptrolle in der ZDF-Serie „Familie Braun“, die 2017 den internationalen Emmy erhielt.

Weitere Darsteller sind unter anderem Murathan Muslu, Peri Baumeister und Erdal Yildiz. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen.

„Die Barbaren“

Wer in Geschichte aufgepasst hat, weiß um die historische Schlacht, die sich im Jahr 9 nach Christus im Teutoburger Wald ereignet hat. Allen anderen gibt Netflix Nachhilfe mit „Die Barbaren“. Der blutige Zusammenstoß zwischen germanischen Kriegern und römischen Legionen steht aber natürlich nicht für sich alleine. Im Mittelpunkt der Serie stehen drei junge Menschen, die ihren Weg zwischen Loyalität und Verrat, zwischen Liebe und Hass finden müssen.

Zu den Autoren gehören Arne Nolting und Jan-Martin Scharf, die zusammen das Drehbuch für die erfolgreiche Vox-Serie „Club der roten Bänder“ schrieben.

Noch unbetitelte Weihnachtsserie

Einen Namen hat diese Miniserie zwar noch nicht, aber immerhin ein Konzept: Drei Teile, vier Generationen Frauen und ein turbulentes Weihnachtsfest, das lang gehütete Familiengeheimnisse zu Tage führt. Klingt weniger nach Netflix als nach Rosamunde Pilcher. Aber auch hier dürfen die Zuschauer wohl einen besonderen Dreh erwarten.

„Wir wollen mit unseren Shows herausstechen. Wenn etwas schon im Fernsehen sehr gut gemacht wurde, müssen wir es nicht mehr tun“, sagte Kelly Luegenbiehl, bei Netflix verantwortlich für europäische Eigenproduktionen, unserer Redaktion. „Wir wollen etwas anbieten, das unser Publikum nirgendwo sonst findet.“

Netflix will deutsche Eigenproduktionen weiter ausbauen

Mit der anstehenden zweiten Staffel von „Dark“ (Starttermin erstes Quartal 2019) und den schon angekündigten Serien „Dogs of Berlin“ (ab 7. Dezember) sowie „Die Welle“ (Termin noch unbekannt) kommt Netflix 2019 nun auf insgesamt acht eigenproduzierte deutsche Serien. Eine Zahl, die in Zukunft sogar eher noch ausgebaut werden könnte.

„Ich hoffe, künftig werden es mehrere Shows pro Quartal sein“, so Luegenbiehl. Netflix sei in Deutschland noch in der Wachstumsphase. „Im Moment schauen wir einfach nur nach neuen Geschichten. Je mehr wir finden, desto mehr werden wir machen.“

Trailer von „Dogs of Berlin“

ProSiebenSat.1 und Telekom sortieren sich neu

Netflix investiert derzeit kräftig in eigene Inhalte, um sich auf dem immer stärker umkämpften Streamingmarkt in Stellung zu bringen. Allein für das laufende Jahr machte das Unternehmen acht Milliarden US-Dollar (etwa sieben Milliarden Euro) für Inhalte locker, die Hälfte davon für Eigenproduktionen.

Neben schon bestehenden Rivalen wie Amazon Prime Video wollen auch Disney und Apple mit einem eigenen Streaming-Angebot an den Start gehen. In Deutschland hatte ProSiebenSat.1 bekanntgegeben, zusammen mit Discovery die Angebote 7TV, Maxdome und Eurosport Player zusammenzulegen.

Netflix sieht Platz genug für mehrere Anbieter

Auch die Telekom hat ihr TV-Angebot neu geordnet: Aus EntertainTV wurde am Mittwoch MagentaTV. Zwei bis vier Eigenproduktionen soll es zunächst pro Jahr geben, die in Kooperationen hergestellt werden. So etwa die ab Anfang November zu sehende Comedy-Serie „Deutsch-Les-Landes“ mit Christoph Maria Herbst.

Netflix hatte immer wieder betont, dass auf dem Streaming-Markt genug Platz für mehrere Player sei. „Wir sehen das als Kompliment. Wettbewerb ist nie eine schlechte Sache“, sagte Luegenbiehl. Er wird jeden Einzelnen anspornen und die Qualität des Storytelling und die Kreativität weiter nach vorne bringen.“

 
 

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