Netflix: Diese neue Serie sorgt schon vor dem Start für große Empörung

Eine Online-Petition versucht, den Start der Netflix-Serie „Insatiable“ zu verhindern.
Eine Online-Petition versucht, den Start der Netflix-Serie „Insatiable“ zu verhindern.
Foto: Netflix / Screenshot Youtube Trailer Insatiable
  • Die Netflix-Serie „Insatiable“ löst schon vor ihrem Start einen Shitstorm aus
  • Die Kritiker finden, die Macher betreiben damit Fat-Shaming
  • Die Schauspieler der Serie halten dagegen.

Berlin.  Nach der großen Kontroverse um die Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“, vor deren Suizid-Gefahr sogar Experten und Mediziner warnten, löst nun eine weitere Netflix-Produktion einen riesigen Shitstorm aus – und das schon vor dem Serienstart.

„Insatiable“, zu Deutsch „unersättlich“, heißt die Serie, die am 10. August auf Netflix starten soll. Kritiker werfen den Machern Fat-Shaming vor und wollen die Ausstrahlung der Serie verhindern, die Schauspieler dagegen verteidigen ihr Projekt.

Mitschüler mobben die Hauptfigur

Und darum geht es: Protagonistin Patty, gespielt von Debby Ryan, hat es nicht leicht in der Schule, sie wird von ihren Mitschülern wegen ihres Aussehens gemobbt, weil diese der Meinung sind, sie wäre fett.

So findet sie beispielsweise an einem Morgen eine Fotocollage mit ihrem Kopf an einem Schweinekörper an ihrem Spind, darunter stehen die Worte „Fatty Patty“ – so wird die Jugendliche stets von ihren Mitschülern genannt.

Im Trailer erklärt die Protagonistin spitz: „Während meine Mitschülerinnen unterwegs waren, um ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, stopfte ich zuhause ein anderes Loch.“ Dabei ist Patty mit einem Becher Eiscreme auf der Couch vor dem Fernseher zu sehen.

Die Protagonistin bedient das Klischee der Jugendlichen, die wegen ein paar Kilos mehr keine Freunde hat und stets die graue Maus verkörpert.

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Plötzlich ist Patty schlank und top gestylt

Doch dann scheint es zu einem einschneidenden Ereignis zu kommen, denn nach den großen Sommerferien ist Patty kaum wiederzuerkennen und ihre Mitschüler stellen fest: „Ohhhh, Patty ist jetzt heiß.“ Die Protagonistin sieht nun aus wie die meisten Mädchen an ihrer Schule: schlank und top gestylt.

Statt allerdings eins von diesen Mädchen zu werden, beschließt Patty, Rache an ihren Mitschülern zu nehmen, fortan lautet das Credo: „Sei schlau, verrückt und skrupellos“. Die Racheaktionen der Jugendlichen werden als großer Spaß verkauft.

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Künstlerin startet Petition gegen die Serie

Knapp zwei Minuten dauert der Trailer zur Netflix-Produktion, er verschafft bisher den einzigen Eindruck von der Highschool-Serie – genug für die britische Künstlerin und Aktivistin Florence Given, schon vor Serienstart das Ende von „Insatiable“ auf der Petitionsplattform Change.org zu fordern.

Denn: Der Neuling bei Netflix reihe sich ein, in eine lange Reihe von Film- und Serienproduktionen, die vermitteln, dass man als junge Frau nur etwas wert ist, wenn man schlank ist. „Genau das macht diese Serie: Sie verherrlicht nicht nur die Gefahren einer Diätkultur, sondern auch die Objektivierung von Frauenkörpern“, schreibt Florence Given auf Change.org.

Die Serie werde Essstörungen verursachen, ein Frauenbild vorantreiben, das sie zu Objekten macht, und bereits der Trailer habe Menschen mit Essstörungen beeinflusst.

Mit ihren Ansichten ist Given offenbar nicht allein: Von den erhofften 200.000 Unterschriften waren bis Donnerstagnachmittag bereits rund 170.000 eingegangen (Stand 26.07.2018, 17.30 Uhr).

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Schauspieler verteidigen die Serie

Die Schauspielerin und Protagonistin der Serie, Debby Ryan, sieht das allerdings anders. Auf Twitter veröffentlichte sie ein Statement zur Kritik an „Insatiable“, in dem sie die Serie und ihre Macher verteidigt.

Diese würden die Körperproblematik genau richtig thematisieren, nämlich mit Humor und Satire. „Ich muss über meinen Schmerz lachen, sonst tappe ich aufgelöst und weinend auf der Stelle, statt ihn zu besiegen“, schreibt die 25-Jährige.

Und auch ihre Kollegin spricht sich in einem Tweet verteidigend aus. „Wir machen uns nicht über Patty lustig, wir arbeiten komödiantisch den Schaden auf, der durch Fat-Shaming entsteht“, schreibt sie.

Schadensbegrenzung schlimmer als Umsatzeinbruch

Ob die Schauspielerinnen mit ihrer Analyse der Serie richtig liegen, wird sich erst fundiert klären lassen, wenn die Serie vollständig zu sehen ist – was allerdings eine Niederlage für die Kritiker bedeuten würde.

Die Aktivistin Florence Given erklärt in ihrer Schrift zur Petition auf Change.org, warum die Serie ihrer Meinung nach auf keinen Fall starten darf: „Die Schadensbegrenzung nach Erscheinen der Serie ist das viel größere Übel als ein möglicher Umsatzeinbruch für Netflix, wenn nur sehr wenige sie schauen.“

Der deutsche Trailer zur Netflix-Serie „Insatiable“

(alka)

 
 

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