Nach Jokos Busengrapscher fordern Blogger Rüge gegen ZDFneo

Joko und Klaas (beim Deutschen Fernsehpreis 2012) kommen nach dem Busen-Eklat nicht zur Ruhe.
Joko und Klaas (beim Deutschen Fernsehpreis 2012) kommen nach dem Busen-Eklat nicht zur Ruhe.
Foto: dapd
Kassieren Joko und Klaas und das ZDF nach dem Busengrapscher bei der IFA eine förmliche Rüge des Fernsehrats? Eine Gruppe prominenter Blogger hat in einem Brief an das Kontrollgremium des ZDF genau das gefordert. Der Sender hätte "einer frauenfeindlichen Kultur Vorschub geleistet", schreiben sie.

Mainz.. Nach Jokos Busengrapscher reißt die Kritik am Umgang des ZDF mit dem Vorfall nicht ab. Mehrere prominente Blogger fordern in einem Brief an den Fernsehrat das Kontrollgremium auf, das ZDF für die Sendung zu rügen.

Anatol Stefanowitsch, Anke Domscheit-Berg, Juliana Goschler, Susanne Klingner und Katrin Rönicke, Antje Schrupp und Joachim Schulz schreiben in dem offenen Brief: "In der gesamten Filmsequenz werden die sexuelle Belästigung und Vergewaltigung von Frauen und die damit verbundene Entwürdigung verharmlost und als belustigend dargestellt." Frauen würden als Objekte dargestellt, die man beliebig anfassen könne. Zudem lade der Film zur Nachahmung ein.

Frauenfeindliche Kultur statt Bildungsauftrag

Zusammenfassend schreiben die Blogger: "Damit leistet die Sendung eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders einer frauen­feindlichen Kultur der Übergriffigkeit Vorschub, wo der Bildungsauftrag es im Gegenteil gebieten würde, Aufklärungsarbeit zu leisten. "

Als Konsequenz des Vorfalls fordern die Blogger "eine klare und unmissverständliche öffentliche Rüge" gegen die Verantwortlichen auszusprechen. Vom ZDF und den Produktionsfirmen verlangen sie eine ausdrückliche Entschuldigung.

"Fass ihr an die Moppelklampen"

Joko und Klaas waren in die Kritik geraten, weil Joko Winterscheidt in einer Folge von "neoParadise" einer Messehostess auf der Internationalen Funkaustellung (IFA) in Berlin an die Brust und ans Gesäß gegriffen hatte.

Fass ihr einmal an die Moppelklampen und zweimal an den Arsch", lautete der konkrete Auftrag von Klaas, den Joko ausführen sollte. Zunächst sträubte er sich noch dagegen: "Das kann ich nicht, wirklich nicht", doch dann schritt er zur Tat. Er verwickelte die junge Frau in ein Gespräch ("Das wird jetzt wahnsinnig unangenehm für beide von uns") - und grapschte zu.

Joko und Klaas haben sich entschuldigt

"Was in der Sendung passiert ist, ging zu weit", sagte die ZDF-Sprecherin gegenüber der WAZ Mediengruppe. Joko und Klaas hatten sich bereits am Montag für die Aktion entschuldigt. "Wir haben kein Taktgefühl bewiesen, und lustigen Quatsch mit fahrlässigem, beleidigendem Schwachsinn verwechselt. Es tut uns ehrlich Leid", schrieb Klaas bei Twitter. Das ZDF hatte angekündigt, künftig mehr auf Joko und Klaas achten zu wollen.

In dem sozialen Netzwerk war wegen des Grapschers ein Shitstorm über die beiden Moderatoren und den Sender ausgebrochen.

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