Millionenbetrug beim Kinderkanal hat Konsequenzen

Das Logo des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des gemeinsamen Kinderkanal von ARD und ZDF, KiKa, aufgenommen am MDR-Landesfunkhaus Thueringen in Erfurt. Foto: dapd
Das Logo des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und des gemeinsamen Kinderkanal von ARD und ZDF, KiKa, aufgenommen am MDR-Landesfunkhaus Thueringen in Erfurt. Foto: dapd
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Erfurt.. Der MDR hat erste Konsequenzen aus dem Millionenbetrug beim öffentlich-rechtlichen Kinderkanal (Ki.Ka) in Erfurt gezogen. Den Gesamtschaden beziffert der Ki.Ka auf rund sieben Millionen Euro.

Auf den Betrugsskandal beim Kinderkanal (Ki.Ka) hat der MDR jetzt reagiert. Auftragsvergabe und Rechnungskontrolle sind in einer „Sofortmaßnahme“ getrennt worden. Das erklärte MDR-Intendant Udo Reiter dem Rundfunk- und Verwaltungsrat des Senders in Leipzig.

Es seien aber „weitere Schritte notwendig“, fügte er hinzu. Vorschläge dazu sollen die Prüfer vom MDR und dem ebenfalls für den Ki.Ka zuständigen ZDF machen. Der Verwaltungsrat des MDR fordert, der Abschlussbericht der Revisoren solle möglichst schon in diesem März vorliegen.

Welche Rückforderung der MDR beim geständigen ehemaligen Herstellungsleiter des Ki.Ka durchsetzen kann, sei „noch nicht absehbar“.

Rund sieben Millionen Euro Schaden

Der Ex-Herstellungsleiter, zugleich auch Sender-Vize, soll seit 2005 in mehr als 70 Fällen fingierte oder überhöhte Rechnungen mit einer Firma aus Berlin abgerechnet haben. Der MDR hat dem Mann gekündigt. Laut Reiter handelt es sich um den größten aufgedeckten Betrug in der Geschichte der ARD. Die Beträge sollen mit dem Geschäftsführer des Berliner Unternehmens geteilt worden sein.

Der Beschuldigte sei beim 1997 gegründeten Ki.Ka ein Mann der ersten Stunde gewesen, hieß es. Er habe „produktionstechnische und kaufmännische Prozesse auf sich zugeschnitten“. Er sei Ansprechpartner für Prüfer gewesen. Den Gesamtschaden beziffert der Ki.Ka auf rund sieben Millionen Euro. Teilweise sind die Vorfälle bereits verjährt.

 
 

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