Mehrheit der Deutschen für öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Warum zahlen wir den Rundfunkbeitrag?

Immer wieder steht der Rundfunkbeitrag in der Kritik. Dabei ist er als ein Pfeiler unserer Demokratie gedacht. Wir zeigen, wofür wir den Beitrag eigentlich zahlen.

Immer wieder steht der Rundfunkbeitrag in der Kritik. Dabei ist er als ein Pfeiler unserer Demokratie gedacht. Wir zeigen, wofür wir den Beitrag eigentlich zahlen.

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Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ist umstritten. Eine exklusive Umfrage zeigt nun: Die Befürworter sind noch in der Überzahl.

Berlin.  Eine Mehrheit der Deutschen will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk behalten. In einer exklusiven Civey-Umfrage für unsere Redaktion lehnten insgesamt rund 55 Prozent der Befragten eine Abschaffung von ARD und ZDF ab.

Auf die Frage „Sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland abgeschafft werden?“ antworteten 39 Prozent mit „Nein, auf keinen Fall“ sowie 16 Prozent mit „Eher nein“.

Schweizer stimmen über Rundfunkbeitrag ab

Allerdings: Eine starke Minderheit steht den Öffentlich-Rechtlichen sehr kritisch gegenüber. So sagten knapp 29 Prozent, ARD und ZDF sollten „auf jeden Fall“ abgeschafft werden, weitere 10 Prozent antworteten mit „eher ja“. 6 Prozent waren unentschieden.

Die Schweizer stimmen an diesem Sonntag bei einem Volksentscheid darüber ab, ob der Rundfunkbeitrag bei den Eidgenossen abgeschafft wird. Entscheidet sich eine Mehrheit dafür, wäre dies faktisch das Ende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in dem Land. Das Referendum hat das Thema Rundfunkbeitrag auch in Deutschland wieder in den Vordergrund gerückt.

AfD-Wähler sind besonders kritisch

In der Civey-Umfrage zeigt sich, dass das öffentlich-rechtliche System vor allem bei AfD-Wählern auf Ablehnung stößt. Insgesamt 80 Prozent der Befragten aus dieser Gruppe sprachen sich für eine Abschaffung aus. Spitzenpolitiker der AfD hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder äußerst kritisch mit ARD und ZDF auseinandergesetzt. Sie sprechen von „Staatsfunk“ und werfen den Sendern einseitige Berichterstattung vor, etwa in der Flüchtlingspolitik oder beim Brexit.

Den meisten Rückhalt dagegen bekommen die Öffentlich-Rechtlichen in der Umfrage von SPD- und Grünen-Wählern. Sie sprachen sich mit gut 78 Prozent (Grüne) und 76 Prozent (SPD) gegen die Abschaffung aus.

Frauen skeptischer als Männer

Im Osten Deutschlands wird das öffentlich-rechtliche System kritischer gesehen als in der alten Bundesrepublik. Während sich von den Befragten aus den östlichen Bundesländern insgesamt mehr als 43 Prozent für eine Abschaffung aussprachen, waren es in den alten Bundesländern nur 37 Prozent.

Und auch das zeigt die Civey-Umfrage: Frauen stehen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk deutlich kritischer gegenüber als Männer. Während sich auf weiblicher Seite insgesamt rund 43 Prozent für eine Abschaffung stark machen, sind es auf Seiten der Männer nur 35 Prozent.

 

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