Harry und Meghan: „Rassistisch“, „sexistisch“ - Zuschauer-Wut gegen ZDF-Berichterstattung

Meghan Markle: Wegen Meghans Herkunft sprechen die Briten jetzt von "Vielfalt" , die ins Königshaus einzieht. Reporterin Johanna Rüdiger hat in Windsor einen Briten mit afrikanischen Wurzeln getroffen, und ihn gefragt, was er davon hält.

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  • Meghan Markle und Prinz Harry heirateten in der St.-George’s-Kapelle
  • Das ZDF übertrug die Zeremonie und kommentierte das Event
  • Und setzte sich damit so richtig in die Nesseln

London.  Bei so ehrwürdig angestaubten Gesellschaften wie der britischen Monarchie ist die Gefahr groß, dass eine Veranstaltung wie die Royal Wedding nicht auf der Höhe der Zeit ist. Aber es waren nicht die Royals, die sich in die Nessel setzten, sondern die Kommentatoren des ZDF.

Während der Übertragung des Senders diskutierten Nutzer in den Sozialen Medien die „rassistischen“ und „sexistischen“ Äußerungen der ZDF-Kommentatoren. Denen gingen irgendwann anscheinend die Alternativen für Adjektive aus.

Einen Schnaps auf rassistische Kommentare

Sie nannten Meghan immer wieder „afroamerikanisch“ oder auch „exotisch“, bemerkten die Twitterer. Einem Nutzer ging die Häufigkeit so sehr auf die Nerven, dass er vorschlug, daraus ein Trinkspiel zu machen.

Sein Vorschlag: Für jedes „afroamerikanischen Hintergrund“ sollten die TV-Zuschauer einen Schnaps trinken.

Sexistische Kommentare?

Andere Twitterer stießen sich vor allem an dem Frauenbild der Kommentatoren. Das war ihrer Ansicht nach darauf reduziert, die Partnerin von Prinz Harry zu sein. Die ZDF-Kommentatoren verglichen die Braut mit Amal Clooney und Victoria Beckham: Alle drei hatten zunächst eigene Karrieren und fanden dann bekannte Ehemänner.

Zwei Kommentare, an denen sich besonders viele Twitterer stießen: Die Braut sei eine „Frau im reifen Alter“ und „Frauen sind wie Teebeutel. Sie wissen gar nicht wie stark sie sind, bevor sie ins heiße Wasser kommen.“ Letzteres ist ein leicht verrutschtes Zitat von Anna Eleanor Roosevelt, First Lady der USA von 1933 bis 1945. Zu ihrer Zeit waren solche Vergleiche noch als Kompliment zu verstehen.

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„Wir finden sie total in Ordnung“

Wie es besser geht, zeigte zeitgleich die TV-Konkurrenz von RTL. Meghan dürfte als geschiedene amerikanische Schauspielerin sicher nicht die Wunschschwiegertochter der 92-jährigen Queen sein.

Als Frauke Ludowig das ansprach und ihre Gesprächspartner danach fragte, formulierte sie ihre Frage sehr bewusst: „Bei der Vorgeschichte von Meghan – also in den Augen der Queen – wir finden sie total in Ordnung.“ (dahe)

 
 

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