Mark Harmon beklaut CIS-Agenten

Foto: ddp images/Sebastian Widmann

Berlin.. Er ist kleiner, als man denkt. Vielleicht knapp eins-achtzig. Aber der Rest ist vertraut: Weißes T-Shirt unterm Lambswool-Pullover, Lederjackett, kurze, hellgraue Haare. Mark Harmon spielt seit sieben Jahren Special Agent Gibbs – die Hauptrolle in der amerikanischen Erfolgsserie „Navy CIS“. Am Sonntag sendet Sat.1 (20.15 Uhr) die letzte Folge vor der Sommerpause.

Gestern München, heute Berlin, morgen Paris. Mark Harmon ist auf Interviewtour. In Deutschland startet im Herbst der zweite Teil der siebten Staffel mit acht Folgen. In Berlin hat sich der 58-Jährige zwischen zwei Terminen schnell mal das Brandenburger Tor angeguckt. Man denkt: Klar, was sonst. Aber Harmon gehört nicht zu der Sorte amerikanischer Fast-Food-Touristen, die immer noch fragen: „Die Sache mit der Mauer, das habt Ihr Euch doch nur ausgedacht, oder?“

Geschichte ist bei den Harmons immer auch Familiengeschichte. „Mein Vater war Kampfpilot“, erzählt Harmon. In China und in Südamerika. „Und meine Großmutter ist erst mit 17 in die USA gekommen.“ Sie stammt aus Wien. Sie war es auch, die dem kleinen Mark deutsche Kinderverse beigebracht hat und wie gut Strudel schmeckt. „Störrrudl“, sagt Harmon und guckt kurz wie ein Sechsjähriger.

Harmon: „Es geht ums Erinnern“

Harmon mag Berlin. Vor allem den Umgang mit der Vergangenheit. „Sie reißen nicht alles ab und bauen es neu. Es geht ums Erinnern.“ Und er will wieder kommen in die Bundeshauptstadt, mit mehr Zeit und mit seinen Söhnen. 17 und 20 sind sie. „Die haben immer Fragen, und die werden mich viel fragen, wenn ich jetzt wieder zu Hause bin.“

Im zweiten Teil der aktuellen Staffel von „Navy CIS“ geraten Gibbs und sein Team in schwere See. Mehr will Harmon jetzt nicht verraten.

Versuchen wir’s also mal auf die psychologische Tour: Ob sich Gibbs verändert? „Oh ja, wesentlich.“ Er lacht zerknirscht. „Ich glaube, das wird ein kleines Erdbeben auslösen bei den Fans. Die einen werden es mögen, die anderen nicht.“ Nur soviel: Es wird ein provokantes Staffel-Ende geben. Gibbs Schwiegermutter taucht auf, und mit ihr die Erinnerung an seine ermordete Frau Shannon und die gemeinsame Tochter Kelly. „Die Schwiegermutter denkt, dass Gibbs für all das verantwortlich war, das macht die Sache schwierig.“

Und natürlich bleiben viele Fragen offen. Staffel Nummer acht steht schließlich schon vor der Tür.

Bei CIS-Agenten geklaut

In Deutschland sind die Quoten der Importserie seit Jahren stabil – schon wegen des sympathischen Personals. In über 150 Folgen hat Harmon dem grauhaarigen Special Agent ein Gesicht gegeben, auch der Rest des Ermittlungsteams beim „Naval Criminal Investigative Service“ hat seine Fans. „Ich hatte nie vorher vom CIS gehört“, sagt Harmon, „aber die gibt es wirklich, und zwar schon seit dem zweiten Weltkrieg.“

Harmon und seine Kollegen am Set hatten jeder einen echten CIS-Agenten als Coach an der Seite. „Ich habe nie einen Typen getroffen, der 100 Prozent Gibbs war, aber es gab welche, die waren es zu 90 Prozent.“ Harmon hat bei ihnen geklaut: die Art zu gehen, sich anzuziehen, die Schultern zu zucken, die Haare zu tragen. „Daraus habe ich mir Gibbs Charakter gebaut.“

Es waren gute Jahre

Letzte Frage. In zwei Jahren wird Mark Harmon 60. Mitte der Achtziger wählte ihn das „People Magazine“ zum „Sexiest Man Alive“. „Ach“, unterbricht er. Müssen ihm die Journalisten das jedes Mal auftischen? „So ein Titel bedeutet doch nur, dass die PR-Leute gut gearbeitet haben.“ Was ihm wichtiger ist: „Ich habe meine kompletten fünfziger Jahre in dieses Projekt gesteckt.“ Man sieht: Es waren gute Jahre.

 
 

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