Live-"Lindenstraße" ließ Zuschauer-Quote leicht steigen

30 Jahre "Lindenstraße": In der erstmals live gespielten Juliläumsfolge am Sonntag gab es einen Toten: Erich Schiller (Bill Mockridge).
30 Jahre "Lindenstraße": In der erstmals live gespielten Juliläumsfolge am Sonntag gab es einen Toten: Erich Schiller (Bill Mockridge).
Foto: dpa
Zum 30. Geburtstag der "Lindenstraße" wurde die Serie erstmals live aufgeführt. Schauspieler Mockridge ist traurig über den Tod seiner Serien-Figur.

Köln.. Publikums-Schocker in der Jubiläums-Folge der "Lindenstraße": Ausgerechnet zum 30. Geburtstag der ARD-Dauerserie ließen die Macher Erich Schiller (Bill Mockridge, 68), den Ehemann von Helga Beimer (Marie-Luise Marjan, 75), sterben. Auf dem Totenschein steht "Herzinfarkt". Doch wie so oft in der "Lindenstraße" steckt eventuell mehr dahinter: Kratzspuren an der Schlafzimmertür deuteten darauf hin, dass Erich dort eingeschlossen wurde und vergeblich versuchte, sich zu befreien. Es ist der 47. Todesfall in der Geschichte der Serie.

3,08 Millionen Zuschauer verfolgten die Jubiläumsausgabe am frühen Sonntagabend. Der Marktanteil betrug 11,3 Prozent. Damit war das Interesse etwas stärker als zuletzt. Nach WDR-Angaben schalten zur Zeit im Schnitt 2,5 Millionen TV-Zuschauer sonntags die Serie ein, hinzu kommen Abrufe über Mediatheken, Internet-Livestream und App. Die erste Folge der "Lindenstraße" wurde am 8. Dezember 1985 ausgestrahlt.

Tod von Filmfigur hat Schauspieler Bill Mockridge viel abverlangt

"Ich weiß das seit einem Dreivierteljahr und war sehr traurig, als (der Serienerfinder Hans W.) Herr Geißendörfer mir das gesagt hat", sagte Mockridge. "Aber ich bin seit vielen, vielen Jahren Schauspieler und weiß, dass nichts für ewig ist. Wenn eine Tür zugeht, geht die andere auf. Trotzdem war die Serie meine zweite Familie, und die werde ich sehr vermissen."

Mockridge selbst haben seine Abschiedsszenen in der ARD-Serie "Lindenstraße" viel abverlangt. "Ich habe enormen Respekt für alle Kollegen gewonnen, die "Tatort"-Leichen spielen. Es war das Schwierigste, was ich je in meinem Leben zu spielen hatte", sagte der gebürtige Kanadier. "Nicht mit den Augenlidern zu zucken und irgendwie zu atmen, das war für mich wirklich eine große Herausforderung. Ich glaube, ein bisschen Zucken und ein bisschen Atmen hat man gemerkt", sagte der 68-Jährige über die Szenen, in denen er tot auf dem Boden und später auf einem Bett liegt.

Erstmals wurde "Lindenstraße" live gespielt

Zum Jubiläum am Sonntagabend gab es eine Premiere: Die Folge wurde live gespielt. Parallel dazu konnten die Zuschauer auf der Internetseite Szenen aus dem Backstage-Bereich sehen. Die Kommentare auf Twitter und Facebook fielen überwiegend positiv aus, viele Fans bedauerten jedoch, dass sie nun ausgerechnet auf den beliebten Erich verzichten müssen. Mutter Beimer hatte Erich 1996 nach der Scheidung von ihrem ersten Mann Hans (Joachim Hermann Luger) geheiratet.

Ihrem Anspruch, aktuelle Themen einzuflechten, blieb die Serie auch in der Jubiläumsfolge treu: So kam die Messerattacke in der Londoner U-Bahn vom Samstagabend ebenso zur Sprache wie die Bundestags-Entscheidung zum Anti-Terror-Einsatz der Bundeswehr vom Freitag.

"Erich Schiller kommt höchstens in Helgas Träumen wieder zurück"

Den Fans, die in sozialen Netzwerken die Hoffnung äußerten, der Ehemann von Helga Beimer (Marie-Luise Marjan, 75) könnte doch noch leben, entgegnete Mockridge: "Erich Schiller ist definitiv tot und kann höchstens in Helgas Träumen wieder zurückkommen."

Mockridge ist ab dem Frühjahr in der zweiten Staffel der WDR-Comedyserie "Die Mockridges - eine Knallerfamilie" zu sehen und will weiter mit seinem Bühnenprogramm "Alles frisch" auf Tournee gehen. Für die Zukunft wünsche er sich viele Rollen, etwa in einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung. "Ich freue mich, dass die "Lindenstraße" mit Sicherheit weitergeht und wünsche den Kollegen alles, alles Gute."

Wer die Jubliäumsfolge verpasst hat, aber nun doch noch sehen möchte: im WDR-Fernsehen zum Beispiel wird sie am Sonntag, 13. Dezember, um 7.10 Uhr wiederholt. In der ARD-Mediathek findet sich die Folge hier. (dpa/WE)

 
 

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