Forsthaus Falkenau - Günther Schramm wird 85

Günther Schramm spielte bei "Der Kommisar" und "Forsthaus Falkenau" mit. Nebenher war er zudem Moderator. Nun wird er 85 Jahre alt.
Günther Schramm spielte bei "Der Kommisar" und "Forsthaus Falkenau" mit. Nebenher war er zudem Moderator. Nun wird er 85 Jahre alt.
Foto: dpa
Seit 60 Jahren ist Schauspieler Günther Schramm im Theater und TV zu sehen. In "Der Kommissar" hatte er es in den 60er und 70er Jahren mit Mord und Totschlag zu tun, im "Forsthaus Falkenau" mit allerlei Familientrubel. Diesen Monat feiert Schramm seinen 85. Geburtstag.

München. Seit rund 60 Jahren gehört Günther Schramm zu den festen Größen im deutschen Fernsehen. Vielen Zuschauern ist er vor allem aus der Krimiserie "Der Kommissar" (1968-1975) bekannt, als rechte Hand des Titelhelden. Im ZDF-Heimatklassiker "Forsthaus Falkenau" gehörte der beliebte Schauspieler von 2006 bis 2013 als Josef Neureuther zur Familie des Försters. Für die ARD-Familiensaga "Geld Macht Liebe" stand Schramm ebenso vor der Kamera wie für den ZDF-Dauerbrenner "Das Traumschiff". Am 18. Februar feiert Schramm, der in der Nähe von München lebt, seinen 85. Geburtstag.

Schon als Kind hatte sich der gebürtige Potsdamer in den Kopf gesetzt, Schauspieler zu werden. Sehr zum Missfallen seines Vaters, der als Chefarzt hoffte, sein Filius werde die Familientradition fortsetzen. Als der Sohn jedoch Ernst machte und den damals als vergleichsweise unseriös geltenden Weg der Schauspielerei einschlug, setzte ihn der Vater prompt vor die Tür. So erzählte es Schramm einmal im "Senioren-Ratgeber". Der junge Mann biss sich dennoch durch und startete eine Karriere im Theater und im Fernsehen. Sein Vater habe das zwar akzeptiert, aber nie verstanden.

Inspektor Walter Grabert

In Hamburg absolvierte Schramm 1950 und 1951 eine Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater. Nach einem ersten Auftritt beim Kabarett "Die Buchfinken" folgten Rollen beim Hamburger Thalia Theater und an den Kammerspielen der Hansestadt. Doch nicht nur auf der Bühne, sondern auch vor der Kamera bekam Schramm zunehmend Engagements. Seine wohl bekannteste Rolle: die des Inspektors Walter Grabert, den er von 1968 an in der ZDF-Serie "Der Kommissar" spielte. Als Assistent von Kommissar Keller (Erik Ode) klärte er in 97 Folgen Mordfälle mit auf. Die Serie war ein Straßenfeger.

Um nicht zu sehr festgelegt zu werden, moderierte Schramm parallel zum "Kommissar" bei der ARD die Musiksendung "Baden-Baden-Roulette" und später die Rateshow "Alles oder nichts" und den "Show-Report". Von 1981 an führte er durch die ZDF-Sendung "Erkennen Sie die Melodie?".

Patchwork-Familie

Seit 1958 ist Schramm in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Gudrun Thielemann verheiratet. Mit ihren drei Kindern waren die beiden schon vor einem halben Jahrhundert das, was man heute eine Patchworkfamilie nennt: Schramm brachte eine Tochter mit in die Ehe, Thielemann einen Sohn und zusammen hat das Paar einen weiteren Sohn. Um etwas anonymer leben zu können, wanderte das Paar Anfang der 1980er Jahre mit dem jüngeren Sohn nach Vancouver Island in Kanada aus. Während eines Urlaubs hatten sie sich in das Land verliebt. Im Jahr 2001 kehrte die Familie zurück nach Deutschland. "Der Drang heimzukehren wächst mit dem Alter, dem kann man nicht entkommen. Außerdem haben wir unsere Kinder und Enkel hier", sagte Schramm einmal.

Zurück in München trudelten bei dem Schauspieler schnell wieder zahlreiche Rollenangebote ein. An Ruhestand war da nicht zu denken. Zuletzt war Schramm immer freitagabends in der beliebten Serie "Forsthaus Falkenau" zu sehen, die jedoch den Verjüngungsplänen des ZDF zum Opfer fiel.

Langweilig wird dem mit mehreren Bambis ausgezeichneten Schauspieler jedoch nicht. Zumal er viele Hobbys hat wie etwa Radfahren, Wandern und Brot backen. In Kanada sei er auf den Geschmack gekommen - dort habe er deutsches Brot vermisst, wie er im Interview erzählte. Seitdem gibt es bei den Schramms frisches Brot aus der eigenen Backstube, sogar mit selbst geschrotetem Korn. (dpa)