Folkerts mit "Blackout" zum "Tatort"-Dienstjubiläum

"Blackout" heißt der „Tatort“ zum Dienstjubiläum von Ulrike Folkerts als TV-Fahnderin Lena Odenthal.
"Blackout" heißt der „Tatort“ zum Dienstjubiläum von Ulrike Folkerts als TV-Fahnderin Lena Odenthal.
Foto: SWR
Ulrike Folkerts ist die dienstälteste "Tatort"-Kommissarin. Am Sonntag feiert sie ihr 25-jähriges Jubiläum. Ausgerechnet zur Jubel-Folge ließ sie sich einen Fall auf den Leib schreiben, der das exakte Gegenteil von Hochstimmung beschreibt: Ihre Figur Lena Odenthal hat einen "Blackout".

Essen.. Lena Odenthahl hat im Laufe ihres „Tatort“-Lebens schon viele Seiten gezeigt. Mal war sie die Ruppige, dann die Betroffene, mal die Verständnisvolle, mal die Knallharte. Sogar „Miss Schimanski“ wurde sie genannt: Jeans, Pulli, Lederjacke, vom Polizeibetrieb genervt, und ein ganz schön lockeres Mundwerk hat sie ja auch.

25 Jahre lang ist Ulrike Folkerts die Ludwigshafener Tatort-Kommissarin. Fast von Anfang mit dabei ihr Partner Mario Kopper (Andreas Hoppe), ein Schlunz mit Herz und damit eine gute Adresse für seine Chefin, die sich kaputt malocht und kein Privatleben kennt. Gut in Erinnerung sind sie geblieben, die herzerwärmenden Szenen, als Kopper für sie Nudeln kochte.

Die gute Seele ist plötzlich weg

Die gute Seele Kopper ist in dieser Folge erst mal weg. Und prompt gerät Lena Odenthal in eine Krise. „Blackout“ (So., ARD, 20.15 Uhr), so der Titel der 60. Folge, ist auch auf sie gemünzt. Wie sie schlaflos durch Ludwigshafen läuft, vom Notarzt aufgelesen wird, und dann immer mal wieder kurz vorm Ausrasten ist, zeigt uns eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Die Kommissarin hat Herzrasen, sie könnte auf der Stelle losheulen, sie wirkt reif für die Insel, doch sie gönnt sich keine Pause. Das spielt sie gut. Ihre großen brauen Augen erzählen die Geschichte einer Frau, die merkt, dass das Singledasein nicht nur Freiheit und Abenteuer, sondern auch Einsamkeit bedeutet. So hart sie auch auftritt, so zerbrechlich wirkt sie.

In einem Interview hat Ulrike Folkerts kürzlich erzählt, dass sie das Thema „Burnout“ interessant finde, weil es ein Tabu ist. „Nicht nur ich kenne in meinem Umfeld immer mehr Menschen, die in ihrem Beruf und Leben komplett an ihre Grenzen kommen. Das Besondere am Burnout ist ja, dass viele Betroffene versuchen, die Grenze der Belastbarkeit zu kaschieren.“

Eine Flasche Billig-Schampus im Allerwertesten

Nun zur Leiche: Ein notorischer Fremdgänger wird mit K.o.-Tropfen abgefüllt und dann beim Liebesspiel umgebracht. Pikanterweise steckt ihm eine leere Flasche Billigschampus im Allerwertesten.

Lena Odenthal stürzt sich in die Arbeit. Doch sie ist eine gebrochene Heldin, die auch noch in Koppers Urlaubsvertretung auf eine Frau trifft, der alles zu gelingen scheint: Johanna Stern (Lisa Bitter) ist verheiratet, zieht Zwillinge groß und wuselt mit iPad zwischen Leichen herum.

Klassischer Fall, konventionelle Ermittlerarbeit

Fazit: Lena Odenthals Sinnkrise ist mehr als ein Nebenschauplatz. Das ist durchaus fesselnd. Und so stört es nicht, dass dieser „Tatort“ einmal nicht schräg und abgedreht erzählt wird, sondern als klassischer Kriminalfilm mit konventioneller Ermittlerarbeit daherkommt.

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