Familien sollten nach „Zuhause im Glück“-Teilnahme Tausende Euro zahlen – Gibt es doch noch Hoffnung auf ein Happy End?

Eva Brenner und John Kosmalla.
Eva Brenner und John Kosmalla.
Foto: Jennifer Braun / RTL II / Jennifer Braun
  • 30 Familien sollen Steuernachzahlungen leisten
  • Die Produktionsfirma UFA hat einen kostenlosen Steuerberater angeboten
  • Das reicht den Betroffenen nicht

Berlin.  Familie Ast aus Zweibrücken in Rheinland-Pfalz wurde in der RTL2-Show „Zuhause im Glück“ unterstützt. Doch der verlockend klingende „Einzug in ein neues Leben“ erwies sich als Horror für die Teilnehmer: Das Finanzamt fordert eine 35.000 Euro umfassende Steuernachzahlung von der Familie.

Der Grund: Durch die Renovierungsarbeiten erhalten die Teilnehmer der Sendung einen geldwerten Vorteil. Dass es dazu kommen kann, steht auch in einem Absatz des Vertrags, den die Teilnehmer mit RTL2 abschließen – doch die Formulierung war für viele Familien offenbar missverständlich.

UFA am runden Tisch mit Betroffenen

Jetzt hat der TV-Produzent UFA GmbH reagiert und ein Krisentreffen mit 30 von Steuernachzahlungen betroffenen Familien einberaumt. Davon berichtet sz-online.de.

Die Höhe der Nachzahlungen bewegt sich bei den meisten Familien im Bereich von 30.000 bis 40.000 Euro – utopische Summen für die Teilnehmer, die allesamt mit privaten Problemen zu kämpfen haben. Einigen droht nun die Sperrung ihrer Bankkonten und ein Strafbefehl, weil die eingeforderte Steuernachzahlung noch nicht entrichtet worden ist.

Familien wollen klagen

Die UFA hatte den Betroffenen einen kostenlosen Steuerberater versprochen. Den wollen viele der Familien aber nicht in Anspruch nehmen – sondern einen Strafantrag gegen die Produktionsfirma stellen. Man habe sie im Vorfeld nicht hinreichend aufgeklärt, sagen sie.

Die ehemalige Polizeibeamtin Michaela Schäfer ist ebenfalls betroffen. Gegenüber sz-online.de erklärt sie, sogar drei Verträge mit der UFA GmbH zu haben. Darin finde sich lediglich ein einziger Hinweis auf mögliche Steuernachzahlungen.

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Hoffnung für einige Betroffene

Nun gibt es aber eine neue Wendung in dem Fall: Die UFA GmbH bestätigt den Mitwirkenden in einer von sz-online.de zitierten Mail, dass sie „nicht über die Produktionskosten der Sach- und Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit der Renovierung eures Hauses bei der UFA entstanden sind, informiert wurden“. Auch eine Rechnung hätten sie nie bekommen.

Weiter heißt es: „Erst im Januar 2018 habt ihr eine Aufstellung über die Produktionskosten von uns erhalten, die jedoch aus unserer Sicht nicht den Wert der Renovierung darstellt, der bei euch verbleibt.“ Dieses Zugeständnis könnte für die fünf Familien, die bereits mit Vollstreckung rechnen müssen, die Rettung bedeuten.

Was mit den Familien passiert, bei denen die Dreharbeiten erst später stattgefunden haben, ist jedoch weiterhin unklar. (raer)

 
 

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