"Einfach unzertrennlich" - Beziehungsstress als leichte Kost auf Vox

Angelika (Grit Boettcher) und Werner Schulze (Jochen Kolenda) in "Einfach unzertrennlich".
Angelika (Grit Boettcher) und Werner Schulze (Jochen Kolenda) in "Einfach unzertrennlich".
Foto: Ralf Jürgens/VOX
Beziehungsstress als leichte Kost: Am Montag startet auf Vox eine neue Vorabendserie, unter anderem mit Grit Boettcher. Nur 15 Minuten dauert jede Folge: Short-Comedy. Es geht um drei verschieden alte Paare und ihre Probleme, um Wissen und Besserwissen, Recht haben und Recht behalten.

Köln.. Es gibt noch Zeichen und Wunder – auch im Fernsehen, wo der kundige Zuschauer zuweilen glaubt, er habe alles schon einmal gesehen. Für eine Überraschung sorgt diesmal die RTL-Tochter Vox, die zum ersten Mal seit Sendergründung vor 21 Jahren mit einer eigenproduzierten Serie an den Start geht: „Einfach unzertrennlich“ (ab Montag, 10. November, 19.45 Uhr, montags bis freitags).

Vox will mit dem neuen Format auch gleich ein neues Genre erfunden haben: die Short Comedy. Jede Folge dauert nur 15 Minuten. Vorab spricht für die Neuproduktion, dass keine Kriminalfälle gelöst werden. Diesen Job überlässt Vox am Vorabend ARD und ZDF. Vielmehr zeigt der kleine Kölner Privatsender anhand von drei Paaren aus drei Generationen, dass Männer und Frauen nicht wirklich zusammenpassen, aber gerade deswegen oft – wie der Serien-Titel nahelegt – einfach unzertrennlich sind.

Short Comedy: Die Folgen dauern nur 15 Minuten

Da das Privatfernsehen inzwischen auch ältere Menschen als werberelevante Zielgruppe erkannt hat, gönnt sich die Serie mit Grit Boettcher (76) einen Star, der nicht nur Komödie kann, sondern auch seit Jahrzehnten ein Publikumsliebling ist. Ihr steht Jochen Kolenda (61) zur Seite. Der gebürtige Essener gehört zwar nicht zur A-Prominenz des Fernsehens, ist den Zuschauern aber als Episoden-Darsteller in Serien und Reihen bestens vertraut.

Bei den beiden jüngeren Paaren setzt Vox auf unverbrauchte Gesichter. Eva Verena Müller und Christian Stock mimen die junge Familie mit ganz frischem Nachwuchs. Katrin Wolter und Serkan Kaya geben die Jungverliebten.

Es geht um Wissen und Besserwissen, Recht haben und Recht behalten. Die Konflikte sind in der häuslichen Alltagswelt angesiedelt – von gekühlter Muttermilch im Kühlschrank bis zu den Tücken des Internet-Bankings.

Keine verschärfte Dosis Feminismus

Da Serien, die um Beziehungsthemen kreisen, vor allem von Frauen gesehen werden, gehen die Herren der Serien-Schöpfung nicht selten als zweiter Sieger aus den Wortgefechten heraus. Und dennoch muss sich niemand auf eine verschärfte Dosis Feminismus einstellen. Trotz aller Konflikte haben sich am Ende alle Paare wieder lieb.

Vox serviert leichte Kost, die auf das in der Regel anspruchsvollere Hauptmenü am Abend einstimmen soll. Folgerichtig bietet die Serie deshalb akzeptable Situationskomik, kann und will aber nicht mit der Raffinesse von Sitcoms wie „Pastewka“ mithalten. Immerhin: Das Publikum kann sich am Vorabend deutlich schlechter amüsieren.

 
 

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