DSDS: Darum ist Dieter Bohlen nicht mehr so gemein zu den Kandidaten

Dieter Bohlen musste sich der Kritik an seinen frechen Sprüchen wohl beugen – und ist nun netter zu den DSDS-Kandidaten.
Dieter Bohlen musste sich der Kritik an seinen frechen Sprüchen wohl beugen – und ist nun netter zu den DSDS-Kandidaten.
Foto: Christoph Hardt / imago stock&people
  • Reality-TV-Formate geraten immer wieder in die Kritik – auch „Deutschland sucht den Superstar“
  • Die Teilnahme des psychisch erkrankten Diego löste Diskussionen aus
  • Auch Dieter Bohlen musste sich offenbar der Kritik an seiner großen Schnauze beugen – und ist nun netter zu Kandidaten

Köln.  Dieter Bohlen gilt als der Sprücheklopfer und Quotenbringer bei „Deutschland sucht den Superstar“. Als DSDS-Juror ist er bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Doch Bohlens Ton und der seiner Jury-Kollegen ist in der aktuellen Staffel milder geworden – und das hat einen Grund.

So wurde Bohlens Verhalten in der RTL-Castingshow im Februar 2008 von der Kommission für Jugendmedienschutz (kurz: KJM) kritisiert. Mit finanziellen Folgen. Der Sender RTL musste 100.000 Euro Bußgeld zahlen.

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„Antisoziales Verhalten als Normalität dargestellt“

Der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring erklärte damals: „Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden in dem TV-Format als Normalität dargestellt. So werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt widersprechen. Das kann vor allem auf Kinder unter 12 Jahren desorientierend wirken.“

Seitdem hat RTL sich verpflichtet, kommende Folgen von DSDS der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), einer Einrichtung des Jugendmedienschutzes, zu zeigen. Das hatte offenbar Auswirkungen auf das Jury-Verhalten in der Show.

„Nach dieser KJM-Entscheidung von 2008 hat sich das Format DSDS positiv verändert“, erklärt Andreas Fischer, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt in Hannover, unserer Redaktion, „Insbesondere Dieter Bohlen hat sich in seiner Wortwahl gemäßigt und damit auf die damalige Entscheidung der KJM reagiert.“

Nun gibt es weniger Beschwerden über DSDS

Die Landesmedienanstalten fungieren als staatliche Aufsichtsbehörden für private Radio- und Fernsehprogramme. Dort gehen auch Beschwerden von Zuschauern über verschiedene TV-Formate ein. Fischer erklärt, dass bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt seit der Verhängung des Bußgeldes wesentlich weniger Beschwerden wegen DSDS eingegangen seien.

Zwei gab es dennoch in Bezug auf die aktuelle Staffel. In einer schriftlichen Beschwerde, die dieser Redaktion vorliegt, heißt es: „DSDS verletzt die Menschenwürde der Teilnehmer. Die Jury erniedrigt sie, beleidigt sie auf sadistische Weise.“ Zuletzt wird sogar mit einer Anzeige gegen RTL gedroht.

Auftritt des Kandidaten Diego ethisch fragwürdig

Eine zweite Beschwerde greift den Fall des psychisch erkrankten Kandidaten Diego auf, der in den vergangenen Tagen für kritische Diskussionen sorgte. Darf man Menschen in Reality-TV-Formaten zeigen, obwohl sie eine psychische Erkrankung haben?

Nein – meinte ein Zuschauer, der sich ebenfalls bei der Landesmedienanstalt beschwerte. Er argumentierte: „Der Auftritt des Kandidaten ,Diego’, in der Sendung ,Deutschland sucht den Superstar’ hat meiner Meinung nach erheblich gegen die Presseethik verstoßen.“ (leve)

 
 

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