"Die Höhle der Löwen": Was aus den Gründern der dritten Staffel wurde

„Try Foods“ kam bei den Investoren besonders gut an.
„Try Foods“ kam bei den Investoren besonders gut an.
Foto: VOX / Bernd-Michael Maurer
Ein vorerst letztes Mal wagten sich Start-up-Gründer in „Die Höhle der Löwen“. In eine Idee wollten gleich drei „Löwen“ investieren.

Berlin. Am Dienstag bekamen Start-up-Unternehmer vorerst das letzte Mal die Chance, die Investoren in „Die Höhle der Löwen“ von sich und ihren Ideen zu überzeugen. Für manche sprang am Ende ein Deal heraus, andere mussten mit leeren Händen nach Hause gehen. Und wieder andere zeigten, wohin ein Investment der „Löwen“ führen kann.

Gute Idee – aber keine Kernkompetenz

Als frischgebackene Mutter hat man nur noch Augen für das Baby – und fürs Windelnwechseln, Stillen, Wäschewaschen. Zeit, sich selbst eine gute Mahlzeit zu kochen, bleibt da kaum. Das weiß auch die zweifache Mutter Susi Leyck (36). Die Hamburgerin wollte Abhilfe schaffen und gründete „Gesund und Mutter“. Unter diesem Namen bietet sie hochwertige Komplett-Gerichte für Mütter an – in praktischen Einweckgläsern, die nur noch aufgewärmt werden müssen.

Die Idee klang auch für die „Löwen“ nicht nur äußerst verlockend, die Gerichte schmeckten ihnen auch noch mindestens genauso gut. Einen Deal gab es dennoch nicht. Judith Williams kritisierte die nicht ausgereifte Kernkompetenz. Wolle sie auf Fleisch setzen – oder doch lieber auf vegane Kost? All das war für sie nicht klar genug definiert. Ähnlich sahen das auch die anderen Investoren und erteilten der Hamburgerin ebenfalls eine Absage.

Die Qual der Wahl

Jörn Gutowski (39) stellte den „Löwen“ sein Start-up „Try Foods“ vor – Probier-Sets aus dem Food-Bereich. Derzeit gibt es die selbst zusammengestellten Boxen zu den Themen Olivenöl, Kaffee, Essig, Schokolade, Salz oder Pfeffer. Die Sets enthalten fünf verschiedene Produkte in Probiergröße und ein Booklet, in dem in persönlichem Ton über die Produkte referiert wird.

Von der Idee waren die Investoren sofort begeistert. Jochen Schweizer, der in dieser Folge das letzte Mal als Investor dabei war, fand das Konzept des Gründers „extrem smart“. Schweizer wird nach dem Ende der dritten Staffel aussteigen. „Sie treffen bei mir 100 Prozent ins Schwarze“, lobte er weiter und machte ihm prompt ein Angebot. Ohne Nachverhandlung wollte er die geforderten 100.000 Euro für die gebotenen 20 Prozent geben. Doch er blieb nicht der Einzige: Auch Ralf Dümmel und Frank Thelen wollten einsteigen. Während Dümmel allerdings 25,1 Prozent der Anteile forderte, gab sich Thelen genau wie Schweizer mit 20 Prozent zufrieden.

Der Berliner hatte die Qual der Wahl. Am Ende entschied er sich, den weiteren Weg mit Thelen zu gehen. Mit dem „Löwen“ gab es nicht nur das gewünschte Kapital, sondern auch das geballte Wissen in Sachen Online-Vermarktung.

Die Erfolgsgeschichten

In der finalen Sendung gab es auch noch mal ein Wiedersehen mit einigen Gründern, die den Weg mit den Löwen schon erfolgreich gegangen sind.

„Frooggies“ : Als die Gründer von „Frooggies“ ihr Produkt vor einigen Wochen in der Sendung vorstellten, hatten sie gerade einmal 10.000 Beutel ihres Fruchtpulvers verkauft. Jochen Schweizer war von der Idee dennoch überzeugt und investierte. 40.000 Euro gab er den Liechtensteiner Unternehmern – und setzte damit offenbar auf das richtige Pferd.

Mittlerweile kommen die Bestellungen im 20-Sekunden-Takt rein. Und der Verkauf hat sich binnen einer Woche vervielfacht – auf 50.000 Stück. Allein in den ersten Wochen lag der Umsatz bei mehreren 100.000 Euro, berichten die Gründer.

Während ihrer Zusammenarbeit mit Schweizer erweiterten die Gründer nicht nur die Produktpalette, sondern veränderten auch das Design des Produkts. Mittlerweile wird das Fruchtpulver in Dosen angeboten.

„Pannenfächer“: Auch für den Erfinder des „Pannenfächers“ ging es nach der Sendung erfolgreich weiter. Ralf Dümmel war mit 75.000 Euro in das Familienunternehmen eingestiegen. Er erhielt dafür 25,1 Prozent der Firmenanteile. Von den bisherigen mageren Verkaufszahlen von lediglich 200 Stück ließ sich Dümmel nicht irritieren.

Durch sein Investment dürften die 200 verkauften Exemplare mittlerweile deutlich übertroffen worden sein. Allein in 30 Millionen Werbeprospekten ist der „Pannenfächer“ abgedruckt worden, 200.000 Exemplare landeten bislang im Handel. Nicht nur für Dümmel ein guter Deal. Auch die Gründer rund um Erfinder Richard Kaulartz konnten aufatmen: Die zuvor in die Entwicklung investierte Rentenauszahlung seiner Schwester Marita war damit gerettet.

„Towell+“:Zu einem absoluten Kassenschlager entwickelte sich das „Towell+“: Ein Handtuch, das im Fitnessstudio durch seinen speziellen Schnitt etwa wie eine Kapuze über die Trainingsbank gestülpt werden kann und mit noch weiteren praktischen Extras für den Sportler auftrumpft.

Schweizer und Dümmel konnten bei dem Produkt nicht widerstehen und hatten den richtigen Riecher. Nur wenige Tage nach Ausstrahlung von „Die Höhle der Löwen“ waren 380.000 Handtücher verkauft worden. Die Gründer kommen mit der Produktion derzeit kaum hinterher. Bei aller positiver Resonanz sahen sich die Unternehmer aber auch mit negativen Bewertungen in Onlineshops konfrontiert. Vor allem auf Amazon beschwerten sich Kunden über mangelnde Qualität.

Allerdings reagierten die Erfinder von „Towell+“ sofort und verbesserten eigenen Angaben zufolge die Qualität und das Versandverfahren, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete. Mittlerweile ist das Produkt so beliebt, dass sogar Anfragen aus dem Ausland kommen – von Korea bis Russland.

 
 

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