„Die Bachelorette“: Nadine will keinen „Vollidioten“ als Mann

Panorama Video

Beschreibung anzeigen
„Die Bachelorette“ überbrückt das TV-Sommerloch. Nadine aus Berlin sucht die Liebe und Kandidaten, die nicht nur „Vollidioten“ sind.

Berlin.  Wenn in ungefähr einem halben Jahrhundert ein paar Großväter von ihren glorreichen Tagen in Griechenland berichten, wird ein Opa in Tönisvorst verstummen. Sascha heißt dieser dann ergraute Mann, und er würde nur zu gerne erzählen von seiner Zeit mit Nadine, damals, auf Korfu. Aber irgendwie kommt er bei der ganzen Geschichte nicht gut weg.

Schließlich musste der Werbefachmann trotz ausgeklügelter Sprücheklopferei schon in der Premierenfolge der fünften „Bachelorette“-Staffel die Biege machen. Dabei hatte er bereits lauthals getönt, von der Show noch „seinen Enkeln erzählen“ zu wollen. Aber ohne Rose steht er – heute und in 50 Jahren – natürlich wie ein Würstchen da. Und ein solches kann Nadine nun wirklich nicht gebrauchen.

Nein, die amtierende Bachelorette sucht vielmehr einen Mann, „der mich zum Träumen bringt, mit dem ich alles teilen kann, einen Mann, der stark und mutig ist“. Das dürfte der einen oder anderen Frau schon völlig genügen. Aber wer sich für ein derartiges Format hingibt, darf wohl zu Recht ein wenig mehr erwarten. Die bescheidenen Wünsche der Berlinerin da wären: „Ich will tanzen, ich will lachen, ich will küssen. Ich will einen Mann, der weiß, was er will – am besten mich.“ Das wäre zumindest für den Anfang einer Beziehung doch schon mal von Vorteil.

Bachelorette hat bisher nur „Vollidioten“ kennengelernt

Da die 32-Jährige bislang nur die Bekanntschaft mit „Vollidioten“ machen durfte, vollendet sie ihre Idee von einem Traummann mit folgenden Eigenschaften: „Ich wünsche mir einen Mann, der keine Angst davor hat, Gefühle zu zeigen. Ich wünsche mir einen Mann, der mich festhält. Der Mann, der das alles mitbringt, der wird meine letzte Rose bekommen.“ Wenn an Idealvorstellungen weiter nichts wäre, stünden 20 Herren zur Verfügung.

Angereist aus der gesamten Bundesrepublik, überschlagen diese sich schon beim Eintreffen in der Villa vor Begeisterung. Wie im vergangenen Jahr, als Nadine-Vorgängerin Jessica auf die Suche ging, scheint zunächst die Männerfreundschaft en masse ausgebrochen. Wer schläft mit wem auf einem Zimmer? Wer lacht über wessen Witze? Auf dem Weg zu Nadine streichen sich die Kandidaten gar noch Haarsträhnen aus dem Gesicht. Alle gegen eine, oder wie lautete das Motto der Dating-Sause noch gleich?

Beim Anblick der Master-Studentin im weißen Abendkleid erinnert sich der ein oder andere Kandidat dann aber doch daran, dass er gerade einen Wettbewerb austrägt. Lasset den Testosteron-Triathlon beginnen: ankommen, abchecken, anmachen. Eddy etwa, 27 Jahre alter Tanztrainer aus Neustadt, macht auf Tarzan und lässt beim Betrachten der Bachelorette einen Urschrei ab („Da musste sein, um die Anspannung loszulassen“). Ingenieur und Model Maxime, 29, überreicht artig eine Blume, während Grieche Jorgo sogleich die Gitarre auspackt. Ach so, ein Bild mit integrierter Uhr gibt’s für Nadine als Geschenk obendrauf. DJ Sören hat eine CD gebrannt.

Kandidaten stehen Schlange wie „bei Penny an der Kasse“

Die Konkurrenz, jeweils in Zweierteams vorgefahren, betrachtet das erste Buhlen selbstredend mit Adleraugen. Rafi nimmt’s gelassen: „Das geht mir eigentlich am Arsch vorbei.“ Bei Häppchen und Heiterkeit versuchen die Herren allesamt, Nadine für sich einzunehmen (Brian, 27: „Wenn dich eine Frau, die du noch nie gesehen hast, so aus den Socken haut, dann bedeutet das schon was.“). Erst will der eine sie unter vier Augen sprechen, dann entführt sie der andere ins hinterletzte Eck des Areals.

Musik-Macher Sören, sichtlich irritiert: „Die standen teilweise Schlange wie bei Penny an der Kasse.“ Und das alles für eine Frau, die sie längst aus dem Fernsehen kennen könnten! Denn zu den erwähnten Vollidioten ihres Lebens dürfte die Berlinerin auch einen gewissen Daniel Völz zählen, jüngster „Bachelor“ der RTL-Geschichte. In der fünften Folge flog Nadine m Frühjahr raus, jetzt darf sie selber ran – „und das wird eine ganz andere Nummer“.

Mit der ungewohnten Aufmerksamkeit von 20 Männern scheint die gebürtige Bayerin jedenfalls besser umgehen zu können als die Kandidaten. In der ersten Nacht der Rosen, die noch am Abend des Kennenlernens über die Bühne geht, stehen die Männer jedenfalls wie 1-A-Zinnsoldaten aufgereiht. Selbst „Labertasche“ Filip, 24, fehlen die Worte. Einzig Schmuse-Sänger Jorgo darf sich entspannen, hatte er doch schon beim Begrüßen eine Blume abgestaubt.

Eine „gute Mischung, ganz verschiedene Typen“, freut sich die Bachelorette über ihre Auswahl, in die es nur drei Männer am Ende nicht schaffen sollen: Kai, Vadim, der wenigstens zugibt, Nadine schon vom „Bachelor“ zu kennen, und Sascha Markus René Willi und so weiter Schmitz. Das Gute: Der Tönisvorster kann das Spektakel der unfassbar inszenierten Bilder (Nadine auf dem Bett, Nadine auf dem Balkon, Nadine tanzt) nun vom heimischen TV-Gerät aus verfolgen. Oder auch nicht. Wer behauptet, dass das Leben „wie ein Boxkampf ist, ein ständiger Schlagabtausch, ein ewiges Kämpfen“, der wird im Alter hoffentlich von Besserem zu berichten wissen als von einem Abend mit der Bachelorette. Würstchen-Dasein hin oder her.

 
 

EURE FAVORITEN