Detlef D! Soost fehlt beim "Popstars"-Revival auf RTL II

Frauenpower in der "Popstars"-Jury: Bella Garcia, Stefanie Heinzmann, und Miss Platnum (v.l.) suchen die nächste Girlgroup.
Frauenpower in der "Popstars"-Jury: Bella Garcia, Stefanie Heinzmann, und Miss Platnum (v.l.) suchen die nächste Girlgroup.
Foto: RTL II/Andreas Freude
Popstars ist zurück bei RTL II - ohne Detlef Soost. Mit "Qualitäts-Konzept", neuen Juroren und YouTuberin Bibi wird eine neue Girlgroup gesucht.

Essen.. Es waren einmal fünf Engel, die eroberten die deutschen Charts, zu einer Zeit, in der die Jugend bauchfrei trug und CDs im Media Markt kaufte. 15 Jahre nach den "No Angels" sind kurze T-Shirts zwar wieder in, Musik streamt man aber und die Castingshow-Sättigung ist bei den meisten Deutschen erreicht. Was sich wohl auch daran bemerkbar macht, dass dem Fernsehzuschauer kaum eine der neun weiteren Popstars-Bands mehr geläufig sein dürfte. Das Konzept der Fließbandband, es ging nicht auf. Hardcore-Fans könnten Begriffe wie Queensberry, Some & Any und LaVive vielleicht noch in die Musik-Schublade einordnen, für die meisten jedoch gehen sie genauso gut als Apfelsorten durch.

Die Produktionsfirma „Brainpool“ wollte in diesem Jahr trotzdem, nach dreijähriger Popstars-Pause, einen erneuten Versuch starten. Klappe, die elfte. Anderes Konzept, neue Juroren, altes Grundgerüst. Gecastet werden junge Talente, die hoffentlich gut singen und tanzen können und dabei hübsch aussehen. Und um ein potentielles Engel-Revival zu ermöglichen, setzt RTL II auf Frauen-Power.

Stefanie Heinzmann wurde selbst durchs Casting berühmt

27 vorher auserwählte Mädchen konkurrieren um die Gunst der Jury. Doch etwas fehlt. Wo ist Popstars-Papa Detlef "Pam! Pam! D!" Soost? Er sitzt nicht mit im Boot. Drei Frauen entscheiden jetzt über das Schicksal der Kandidatinnen.

Den meisten Zuschauern wird lediglich Stefanie Heinzmann, die selbst über eine Castingshow berühmt wurde, als Mitglied des Trios bekannt sein. Nummer zwei ist die deutsche Musikerin Miss Platnum (34), die einige mit dem Song "Lila Wolken" von Marteria in Verbindung bringen dürften. Die dritte im Bunde: Choreografin Bella Garcia (28). Wer noch nie von ihr gehört hat - ist nicht weiter schlimm. Selbst Wikipedia ist sie nicht geläufig.

"Popstars" setzt auf die Youtube-Verlängerung

Eine weitere Veränderung: Popstars - die "Mutter aller Castingshows", wie der Sender das Format nennt - setzt auf Crossmedialität. YouTuberin „Bibi“, die auf ihrem Channel zwei Millionen Follower hat (eine halbe Millionen mehr Zuschauer als bei der letzten Popstars-Staffel), moderiert hinter den Kulissen: „Ich sehe gerade eine coole Ecke mit Instrumenten, ich weiß nicht warum.“ Eventuell hatte sie kurzzeitig vergessen, dass sie Teil einer Musiksendung ist.

Beim ersten Auftritt des Abends setzt die 23-jährige Nadja die Messlatte hoch. Spätestens nach der dritten Performance wird deutlich: Zum Fremdschämen wird auch diese Castingshow nicht mehr produziert. „The Voice“ lässt grüßen: Leistung statt Trash. Niemand wird vorgeführt. Alle 27 Kandidatinnen sind gesanglich auf einem ordentlichen Level.

18 Kandidatinnen schaffen es in die "Akademie"

Trotzdem: Als Timea rappen will, ist die Angst der Jury groß. Wird sie es schaffen? Werbung. Die üblichen zehn Minuten. Wer nicht dran geblieben ist: Sie ist in der nächsten Runde - bei Popstars heißt das jetzt "Akademie". Doch neun Kandidaten "müssen zurück in den Alltag", wie es der Kommentator beschreibt, denn (wer hätte es gedacht) die Plätze in der Akademie sind begrenzt.

Die 19-jährige Veneranda ist eine Wackelkandidatin. Sie hatte ihren Text vergessen, kann aber aufatmen: Nächste Runde. Auch die blauhaarige Gabriela, die bei Facebook bereits als "Miss Platnum Double" bezeichnet wird, darf ins Bandhaus einziehen. Maria aus Leipzig (25), die vorher angekündigt hatte: "Sex sells" ist allerdings nicht das, wonach die Jury sucht. Das "Classic Glitter Girlie", wie Heinzmann sie nennt, muss zurück in die Heimat. Die Jurorinnen scheinen auf der Suche nach ausgefalleneren Stilen. Das kommt der 22-jährigen "Power-Nudel" (Zitat Heinzmann) Nini gelegen. Die Dame in Schwarz versprüht Charme und ist laut Jury ein "super cooler Typ." Zwar sei stimmlich noch Luft nach oben, aber ihr lässiger Auftritt bleibt im Gedächtnis. Zumindest für den Rest der Sendung.

Und wenn sie nicht in sofortige Vergessenheit geraten, dann leben sie noch heute ihren Traum vom "Popstars"-Dasein.

 
 

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