Der Vater der Science-Thriller - Regisseur Rainer Erler wird 80

Der Regisseur Rainer Erler prägte in den 70er Jahren das Genre des Science-Thrillers.
Der Regisseur Rainer Erler prägte in den 70er Jahren das Genre des Science-Thrillers.
Foto: dpa
Science-Thriller waren seine Spezialität. In Rainer Erlers Filmen geht es um Organhandel, Gentechnik und Wissenschaftsthemen mit Risiken. Dass vor jeder Filmveröffentlichung eine bestimmte Interessengruppe protestierte, gehörte in den 70er Jahren zur Arbeit des Regisseurs. Jetzt wird er 80 Jahre alt.

Mainz.. Organhandel, Atommüll oder die Gefahren der Gentechnik: Der TV-Regisseur Rainer Erler hat immer wieder auf die Risiken des Fortschrittsglaubens aufmerksam gemacht. Er prägte in den 70er Jahren das Genre des Science-Thrillers. Einen Platz in der deutschen TV-Geschichte hat Erlers beklemmender Film "Fleisch" von 1979.

Ein Mann (Herbert Herrmann) gerät auf seiner Hochzeitsreise in die Fänge einer Bande, die in großem Stil Menschen entführt, ihnen Organe entnimmt und diese teuer verkauft. Eine berühmte Szene: Die Braut, gespielt von Jutta Speidel, kann knapp bekleidet gerade noch fliehen und wird von einem Ambulanzwagen der Organ-Mafia durch die Wüste verfolgt. Erler wird am Montag (26. August) 80 Jahre alt.

Vor jedem Film gab es Proteste

"Es gibt keinen Film von mir, wo sich nicht ganz bestimmte Interessengruppen ganz vehement vorher dagegen gestellt oder protestiert hätten", sagt Erler einmal in einem Interview. Filme hat der gebürtige Münchner schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gemacht und sich stattdessen auf das Schreiben verlegt.

Zum 80. Geburtstag senden ZDF und ZDFkultur noch einmal zwei seiner bekanntesten Fernsehfilme: "Fleisch" ist in der Nacht zum Samstag (23. August auf 24. August) um 1.30 Uhr im ZDF zu sehen. Am Sonntag (25. August) läuft um 22.00 Uhr in ZDFkultur "Der Gigant". In dem 1975 entstandenen Abschlussfilm der Reihe "Das Blaue Palais", entwickelt ein Chemiker (Dieter Laser) einen neuen Werkstoff, der die zur Neige gehenden Rohstoffvorräte ersetzen soll. Als er immer dringlicher auf die dabei anfallenden, umweltzerstörenden Schadstoffe aufmerksam macht, verliert der Forscher seine Existenz. In weiteren Rollen sind unter anderen Helga Anders und Peter Fricke zu sehen. (dpa)

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