Das analoge Fernsehen wird Mitte 2017 abgeschaltet

Millionen TV-Nutzer in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg müssen sich 2017 fürs digitale Fernsehen rüsten.
Millionen TV-Nutzer in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg müssen sich 2017 fürs digitale Fernsehen rüsten.
Foto: dpa
Das analoge Signal verstummt: Millionen Haushalte in NRW, Hessen und Baden-Württemberg müssen ab Juli 2017 ihre TV-Geräte umrüsten.

Düsseldorf. Das analoge Fernsehen verschwindet Mitte kommenden Jahres in mehreren Bundesländern aus dem Kabelnetz. Das hat der führende deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia am Montag gemeinsam mit mehreren Landesmedienanstalten in Düsseldorf angekündigt. Betroffene Haushalte, die derzeit noch analog empfangen, müssen sich nach der Abschaltung entweder neue Fernseher oder einen Digitalreceiver zulegen. Die Abschaltung am 30. Juni 2017 gilt für insgesamt für 12,8 Millionen Haushalte mit Kabelanschluss in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.

Bereits ab Ende Mai dieses Jahres können TV-Nutzer dafür das neue digitale Antennenfernsehen DVB-T2 nutzen. In fast 20 deutschen Ballungszentren wird es ab 31. Mai empfangbar sein.

Zum Auftakt stehen die HD-Programme Das Erste, RTL, ProSieben, Sat.1, VOX und ZDF - zusätzlich zur bestehenden DVB-T-Verbreitung – zur Verfügung, wie die Fernsehsender am Dienstag in München mitteilten. Darauf hätten sich die Sender mit den Medienanstalten und dem Plattformbetreiber Media Broadcast geeinigt. DVB-T2 ermöglicht den Empfang von mehr Programmen in besserer Qualität, insbesondere in HD („High Definition“).

Umstellung auf digitales Antennenfernsehen 2019 abgeschlossen

Für die erste Stufe der Einführung sind folgende Pilotregionen vorgesehen: Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Bremen/Unterweser, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Düsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München/Südbayern. Abgeschlossen sein soll die Umstellung des digitalen Antennenfernsehens bis Mitte 2019.

Die Regelbetrieb mit rund 40 Programmen, überwiegend in HD, wird im ersten Quartal 2017 ebenfalls in diesen sowie in weiteren Ballungsräumen starten, wie das Projektbüro DVB-T2 mitteilte. Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten ihre Programme auch nach der Umstellung auf DVB-T2 unverschlüsselt und kostenfrei an. Für den Empfang der meisten Privatsender-Programme in HD-Qualität hingegen wird dann ein Entgelt fällig.

Neue Empfangsgeräte benötigt

Für den Empfang von DVB-T2 brauchen Zuschauer entweder eine Set-Top-Box zur Ergänzung ihres bestehenden TV-Geräts oder einen Flachbildfernseher der neuesten Generation mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsteil. Diese Geräte sind an einem grünen DVB-T2 HD-Logo zu erkennen.

An DVB-T2 sind die ARD, das ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 beteiligt sowie die Landesmedienanstalten und der Verband Privater Rundfunk- und Telemedien (VPRT). Aktuell nutzt knapp jeder zehnte Haushalt in Deutschland das digitale Antennenfernsehen, das 2002 hierzulande eingeführt wurde. DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting -Terrestrial“ und ermöglicht die digitale Videoübertragung über eine Zimmerantenne. (dpa/epd)

 
 

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