Fast alle Dokumente aus Kölns Stadtarchiv wieder nutzbar

Nach dem Einsturz: Das Kölner Stadtarchiv und sein Nachbargebäude auf einem Foto vom 4. März 2009.
Nach dem Einsturz: Das Kölner Stadtarchiv und sein Nachbargebäude auf einem Foto vom 4. März 2009.
Foto: dpa
Als im März 2009 das Kölner Stadtarchiv einstürzte, ging ein Teil der Dokumente für immer verloren. Doch mit dem Rest kann wieder gearbeitet werden.

Köln. Wer noch den Trümmerkrater nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Kopf hat, kann es kaum glauben: Sechs Jahre später sind fast alle Dokumente wieder nutzbar. Jedenfalls grundsätzlich.

Die Leiterin des Archivs, Bettina Schmidt-Czaia, sprach am Montag von einem "Riesenerfolg". Nur vier Prozent der geborgenen Archivalien sind so stark beschädigt, dass ohne eine aufwendige Restaurierung keine Nutzung möglich ist. Geborgen worden war fast der gesamte ursprüngliche Bestand des größten deutschen Kommunalarchivs: Nur fünf Prozent gelten als verloren.

Mit dem Rest kann jetzt wieder gearbeitet werden - wenn auch noch mit großen Einschränkungen. So müssen sich die Archivdokumente in Köln befinden - etwa die Hälfte ist aber noch an anderen Standorten untergebracht. Erst 2019 soll der Neubau des Stadtarchivs fertig werden. Und auch dann dauert es in der Regel noch etwa drei bis vier Monate, ehe das angeforderte Dokument dem Nutzer digital oder analog zugänglich gemacht wird.

Durch den Einsturz am 3. März 2009 waren zwei Menschen ums Leben gekommen, der Schaden wird auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Angenommen wird, dass der Einsturz durch Bauarbeiten für eine U-Bahn-Haltestelle verursacht worden ist. Möglicherweise führte eine löchrige Wand dazu, dass sich unter der Erde ein Druck aufbaute und schließlich große Mengen Wasser, Kies und Schlamm in die Baustelle einbrachen. Dem Archiv wurde buchstäblich der Boden entzogen. Seit Juni vergangenen Jahres läuft eine gerichtliche Untersuchung der Unglücksstelle tief unter der Erde. (dpa)

 
 

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