Elf Ruhrgebietsbühnen werben gemeinsam - bundesweit einmalig

David Bieber
Gerade der Kultur fehlt es oft an Geld und Lobby. Die subventionierten „Ruhrbühnen“ möchten das künftig ändern und für die kulturpolitische Akzente sorgen und damit für die Kultur im Revier werben.
Gerade der Kultur fehlt es oft an Geld und Lobby. Die subventionierten „Ruhrbühnen“ möchten das künftig ändern und für die kulturpolitische Akzente sorgen und damit für die Kultur im Revier werben.
Foto: FUNKE Foto Services
Bundesweit einmalige Zusammenarbeit von Theatern soll Kulturstandort stärken

Oberhausen. Elf Ruhrgebiets-Theater gehen zur Spielzeit 2016/2017 gemeinsame Wege in Sachen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Unter der Dachmarke „Ruhrbühnen“, in Anlehnung an das bereits seit mehreren Jahren existierende Museennetzwerk Ruhrkunstmuseen, soll ein städteübergreifendes Theaternetzwerk mit eigener Webseite, gemeinsamen Veranstaltungen sowie Marketingmaßnahmen für elf Spielstätten an Rhein und Ruhr entstehen, die von der öffentlichen Hand getragen werden: Schauspielhaus Bochum; Theater Dortmund; Rheinoper Duisburg; Pact Zollverein, Essen; Theater und Philharmonie Essen; Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen; Theater Hagen; Schlosstheater Moers; Ringlokschuppen und Theater an der Ruhr in Müllheim sowie das Theater Oberhausen.

1,92 Millionen Euro Fördergeld

„Mit vereinten Kräften auftreten, kulturpolitische Zeichen setzen und unseren Kulturstandort ausbauen – das können elf Häuser in neun Standorten zusammen wesentlich effektiver als jedes für sich“, sagt Peter Carp, Intendant des Theaters Oberhausen und Sprecher der Ruhrbühnen. Für das allmähliche Zusammenschweißen hat das 2015 gegründete Netzwerk Ruhrbühnen, zu dem auch der Regionalverband Ruhr, die Ruhr Tourismus GmbH und die Kultur Ruhr (als Trägerin der Ruhrtriennale) gehören, für drei Jahre rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung, davon sind 80 Prozent Fördergelder.

Gelder kommen aus Brüssel und Düsseldorf

Diese Gelder für das Marketing kommen hauptsächlich vom NRW-Wirtschaftsministerium und von der EU. „Soviel Geld zur kulturtouristischen Vermarktung und Bewerbung unserer tollen Theaterlandschaft gab es noch nie. Das Geld dient der Standortsicherung der Bühnen im Ruhrgebiet“, freut sich Carp.

Plattform stellt Spielpläne gebündelt dar

Die künftige Plattform bündelt gezielt und unkompliziert die Theateraufführungen und sonstigen künstlerischen Darbietungen der einzelnen Stadttheater und ist „in keinster Weise eine Konkurrenz der Stadttheater“, erklärt Axel Biermann, Geschäftsführer von Ruhr Tourismus. Im Gegenteil. Die Bündelung als Ruhrbühnen, deren Internetauftritt (www.ruhrbuehnen.de) auch in Zukunft einen gemeinsamen Kartenverkauf anbieten soll, sei ein zusätzlicher Kommunikationskanal zur Stärkung und Bekanntmachung der Theaterlandschaft des Reviers, sagt Biermann. „Dem Theaterbesucher werden Auswahl und Suche nach Stücken sehr erleichtert. Er hat alle Veranstaltungen auf einen Blick“, sagt Carp. Zudem erhoffen sich die Organisatoren zwischen Moers und Hagen, dass Theaterbesucher nicht mehr nur in der eigenen Stadt ins Theater gehen, sondern die bundesweit einmalige Theatervielfalt des Reviers auch jenseits des Tellerrands wahrnehmen.