Einblicke in die Häuser der Weisheit

Thomas Richter

Duisburg.  Bereits im 9. Jahrhundert gründete der Kalif al-Ma’mun in Bagdad das erste „Haus der Weisheit“. Dort versammelten sich Gelehrte aus Nah und Fern, um Texte aus dem Griechischen, Indischen und Persischen ins Arabische zu übersetzen. Geforscht wurde auf den Feldern Medizin, Kartografie und Astronomie.

„Dabei entdeckten sie auch die Freude an der Erkenntnis“, sagt Andrea Gropp. Sie ist die Kuratorin der Ausstellung „Häuser der Weisheit“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum am Duisburger Innenhafen. Diese zeigt, wie im „Goldenen Zeitalter“ des Islams die Wissenschaft aufblühte.

Der Islam gilt oft als wissenschaftsfeindlich, was – zumindest historisch betrachtet – eine Fehleinschätzung ist. Die Duisburger Schau lässt staunen, wie viele Erkenntnisse und Errungenschaften ihre Wurzeln im islamischen Kulturkreis haben.

Das älteste Ausstellungsstück ist ein bronzenes Medizinbesteck aus dem 9. Jahrhundert. Von den Sternwarten, in denen zu jener Zeit Himmelskörper entdeckt und beobachtet wurden, sind Modelle im Miniaturformat zu sehen. Und die auf einer Silberplatte gedruckte Weltkarte zeigt die Welt auf dem Kopf: Auf damaligen Karten war der Süden oben, der Norden unten.

„Wir glauben, dass dies auch für die Muslime in Duisburg und Umgebung von großem Interesse sein könnte“, sagt Museums-Mitarbeiterin Asligül Aysel.