Düsseldorf bot 300 Fans "Fettes Brot" zum Anfassen

Fettes Brot beim Clubkonzert im Düsseldorfer "zakk".
Fettes Brot beim Clubkonzert im Düsseldorfer "zakk".
Foto: Kai Kitschenberg/WAZ FotoPool
In Köln mussten sich am Samstag 12.000 Fans die Jungs von „Fettes Brot“ teilen - tags zuvor gab es einen kleinen Club-Abend. Glücklich, wer am Freitag in Düsseldorfs „zakk“ Zutritt hatte: Vor 300 Zuschauern sorgten die hanseatischen Hip-Hopper für beste Stimmung.

Düsseldorf. „Wir verführen Düsseldorf.“ - „Aber nur küssen.“ - „Hast du schon mal einen Rapper geküsst?“ 300 Zuhörer grooven, lassen sich von „Fettes Brot“ in beste Stimmung versetzen.

Vergnügen und Vertrautheit

Einen Tag vor ihrem Tourauftakt, dem gigantischen Konzert in Köln, bei dem 12.000 Fans die Arena füllten, gab sich Freitag die Formation im kleinen Club des soziokulturellen Zentrums „zakk“ das Vergnügen. Vertrautheit wird mit Enthüllungen geködert: „Heute bin ich bei Angry Bird nicht über Level 17 hinausgekommen“ – lachende Solidaritätsbekundungen sind die Folge. Niedrig die Bühne, zügig der Bierausschank, übersichtlich die Beleuchtung, entspannt die Stimmung.

Was für ein Geschenk, bei diesem zweistündigen Konzert auf Augenhöhe dabei zu sein. Sei es, dass das letzte Bier von der Bühne gereicht wird oder Musikwünsche kategorisch abgelehnt werden. „Steht draußen ein Schild mit Wunschkonzert?“

Düsseldorfer Liedgut

Es erinnert an die 90er-Jahre, in der die hanseatischen HipHopper unter Pseudonym in der Neusser Kneipe „Further Hof“ Nordisch by Nature Gefühle verbreiteten. Ab dem ersten Takt ist das als schwierig geltende Düsseldorfer Publikum mehr rheinisch denn landeshauptstädtisch.

Mit „Kannste kommen“ scheint es, als hinge der besungene rote Luftballon an der Clubtür. Er schwebt über die Party-Gemeinde hinweg, die sich über Reime wie „gewonnen / Ter de Som / Gemüse der Saison / Lampion / Lieblingssong / Ivonne“ amüsiert. Natürlich ergibt sich dank des Bühnengeplauders für die Gäste die Möglichkeit, beliebtes Düsseldorfer Liedgut zu präsentieren. Darin kommen Synonyme für Exkremente und die Bahnhofskapelle einer unbedeutenden Rheinmetropole vor. Und es ist willkommener Anlass, der heimischen Diva Fortuna zu huldigen.

Gut gemischte Tüte

Die Hamburger präsentierten eine gut gemischte Tüte aus Liedern der aktuellen CD „3 is ne Party“ wie „Wackelige Angelegenheit“ oder „Unmusikalisch“ und den glorreichen Liedern der Vergangenheit. „Emanuela“ ließ das Publikum in die Hocke gehen. Am Ende des beglückenden Abends wird ein Sahnehäubchen offeriert. Das ist ein Medley aus „Türlich, Türlich“ (Das Bo), „Sie ist weg“ (Fanta 4) und „Rock me Amadeus“ von Falco. Fettes Brot sind ein weiteres Stück mehr Party-kompatibel geworden. Die Düsseldorfer Fan-Gemeinde feiert das.

 
 

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