DJ Bobo startet "Fantasy"-Tournee

Seit fast 20 Jahren ist René Baumann alias DJ Bobo bereits im Geschäft – seinen Erfolg verdankt er nicht zuletzt spektakulären Live-Shows. Bevor er mit seinem neuen Album „Fantasy” (erscheint am 26.2.) auch durch Deutschland tourt, sprachen wir mit dem Schweizer Pop-Dauerbrenner.

Herr Baumann, Ihre „Fantasy"-Show ist wieder aufwändig wie eh und je. Bühnen-Mittelpunkt ist diesmal eine Art vielarmige Buddha-Figur...

DJ Bobo: Dahinter steckt, dass wir die Musiker in die Höhe heben wollten – normalerweise stehen sie ja immer im Hintergrund. Ich dachte mir, man müsste die Band mal auf Händen tragen, ganz hoch oben. Und so kam es zur Idee der Figur mit sechs Händen, auf denen die Musiker verteilt sind.

Was passiert mit dem Giganten denn nach der Tour?

DJ Bobo: Das wissen wir noch nicht. Normalerweise werden unsere Bühnenbilder nach der Tour vernichtet.

Das wäre aber schade…

DJ Bobo: Ja, sehr schade – das ist wirklich eine Katastrophe. Aber diese Bühnenbilder sind nicht wetterfest, man kann sie also nicht in einen Freizeitpark oder so stellen.

In der neuen Show agieren Sie auch als Bogenschütze. Müssten Sie als Schweizer nicht die Armbrust wählen?

DJ Bobo: Absolut! Das müsste ich. Es stand aber nicht zur Debatte, weil der Pfeil ja brennen muss, damit das Publikum ihn sehen kann – und das geht mit der Armbrust nicht.

Woher haben Sie die Treffsicherheit als Bogenschütze?

DJ Bobo: Wir haben bei einem Bogenschützen-Zentrum angefragt, ob es für einen Laien möglich sei, einen Pfeil über 30 Meter in ein ca. 2 x 2 m großes Ziel zu schießen. Man sagte uns, dafür müsse man lange, lange üben. Ein Probetraining lief dann aber so gut, dass die Lehrerin meinte, o.k. wir kriegen das mit dir hin. Es lief auch super, bis ich sagte: So, und jetzt muss der Pfeil noch brennen! Danach war das ganze Training fast nichts mehr wert, denn bei einem brennenden Pfeil siehst du beim Zielen nur noch die helle Flamme. Innerhalb von zwei Wochen musste ich dann noch das intuitive Schießen lernen.

Was ist denn, wenn Sie mal danebenschießen?

DJ Bobo: Es wird live nicht immer funktionieren, das weiß ich jetzt schon. Angst haben muss aber niemand, denn aus Sicherheitsgründen schieße ich natürlich nicht über das Publikum. In der Schussbahn befinden sich nur die Musiker – und von denen gibt's ja viele auf der Welt (lacht)…

Es gibt Leute, die sagen, der DJ Bobo macht nur so eine spektakuläre Show, weil er musikalisch nichts mehr zu bieten hat. Was entgegnen sie auf solche Kritik?

DJ Bobo: Die haben nicht Unrecht (lacht). Weil meine Musik zwischenzeitlich nicht mehr gefragt war, hatten wir uns entschlossen, die Show an Nummer eins zu setzen und die Musik erst an zweite Stelle. So kam es zu der Kritik, die Sie meinen. Das hat uns aber unser Überleben gesichert: Dass wir mit der Show immer noch so viele Leute in die Konzerte gelockt haben, obwohl meine damaligen Konzeptalben in den Charts nicht mehr so weit vorne waren. Aber das neue Album, das wird wieder was – das weiß ich. Weil es dank Lady Gaga & Co. mittlerweile wieder dem Zeitgeist entspricht.

1996 sind Sie im Vorprogramm von Michael Jackson auf dessen HIStory-Tour aufgetreten. Haben Sie Ihn damals kennengelernt?

DJ Bobo: Wir haben uns zwar nur hallo gesagt, trotzdem war es mehr als nur ein Kindheitstraum – ich bin ja mit seiner Musik groß geworden. Wir haben uns sehr geehrt gefühlt – denn man hatte uns ja angefragt, nicht umgekehrt.

Michael Jackson war der „King of Pop”, Elvis der „King of Rock'n'Roll” – und Ihre Fans nennen sie „King of Dance”. Fühlen Sie sich wohl in diesem Dreigestirn?

DJ Bobo: Ich bin Schweizer, und wir kennen keine Könige (lacht)… Es schmeichelt schon, wenn man Plakate wie „Welcome King of Dance” sieht, aber das Attribut ist natürlich absurd. Selbst würde ich so etwas nie von mir behaupten.

 
 

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