Die Schildträger

Unser Herz schlägt für die Underdogs. Und die ärmsten Hunde im Jahr 50 v. Chr. waren nicht die Römer, nicht die Piraten, sondern die namenlosen Schildträger des Majestix.

Denn die Hierarchien mögen flach sein in unserem gallischen Dorf – in der Gesellschaftspyramide mit dem Häuptling an der Spitze stellen sie die unterste, die tragende Schicht: die Arbeiterklasse. Nicht ohne Grund heißt Majestix im Amerikanischen Macroeconomix. Und auch sonst zeichnet das gallische Dorf ein exaktes Porträt unserer Gesellschaft – von der Überfischung der Weltmeere über die Marginalisierung der Hochkultur bis zum Methusalix-Komplott.

Sympathisch macht die namenlosen Proletarier die subversive Gelassenheit, mit der sie die von der Elite formulierten Erwartungshaltungen („Träger!”) mitunter fallen lassen. Aber auch die mythologische Entschlossenheit, mit der sie den Klotz immer wieder gen Himmel wuchten – ein vergeblicher und doch ausfüllender Kampf gegen Gipfel. Wie Albert Camus, seines Zeichens ebenfalls Gallier, schrieb: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.”

 
 

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