Der Norden in der Literatur

..  Der Norden ist das Gegenteil vom Süden, dem warmen, sonnigen. Ein eher zweifelhafter Sehnsuchtsort also und trotzdem die thematische Klammer einer Sonderausgabe der Literaturzeitschrift „Richtungsding“: Gemeinsam mit der Zeche Carl im Essener Norden und unterstützt vom Projekt „Kunst schafft Stadt“ rief die Redaktion zu wegweisenden Reisen auf und wählte aus 300 Einsendungen die besten Texte. Sechs der Autoren stellen am Freitag ihre Werke vor – und sich damit dem Wettbewerb um den Richtungsding-Preis.

So lässt der Dortmunder Lukas Vering in „Leerzeilen“ ein Geschwisterpaar im Verfall verharren, und auch Tobias Steinfeld aus Essen macht Jugendliche zu Helden – ihre Fahrt „Ans Meer“ endet illusionslos und bei Ebbe. Die Düsseldorferin Dagny Riegel spielt die sprichwörtliche Kühle des Nordens mit Witz und Konsequenz durch, „Der Nerz“ heißt ihr Text. Die Berlinerin Sybil Volks steigt in „Leuchtfeuer“ hoch in einen Turm und tief in eine Familiengeschichte. Katharina Weißbach (Hamburg) schickt einen Schrumpfkopf-Sammler um die Welt und Jonis Hartmann, ebenfalls aus Hamburg, erfindet in seinem assoziativen Text einen Norden, in dem die Menschen rückwärts gehen.

Eine Reise in den Essener Norden lohnt sich am Freitag, 23. Mai: Um 20 Uhr beginnt der Lese-Wettbewerb in der Zeche Carl, im Anschluss gibt es eine öffentliche Premierenfeier. Das Richtungsding „Norden“ (6 €) ist im Buchhandel erhältlich oder via http://richtungsding.de.

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