Der Mann mit dem gewissen Etwas

Los Angeles..  Eine schiefe Nase, ein australischer Akzent -- Rod Taylor war in den 1950er Jahren nicht gerade aus dem Holz geschnitzt, aus dem Hollywood Filmstars machte. Er schaffte es trotzdem: Die verwegene Haartolle, der tiefgründige Blick, das schüchterne Lächeln machten ihn in den 60er Jahren zum Sex-Symbol. Taylor gelang es, in Alfred Hitchcocks Thriller „Die Vögel“ als Anwalt Mitch Brenner, der unter der Fuchtel seiner herrschsüchtigen Mutter stand, das gewisse Etwas auszustrahlen. Es wurde eine seiner besten Rollen. Mit 84 Jahren ist Taylor am Mittwoch in Los Angeles gestorben.

Durchbruch mit der „Zeitmaschine“

Taylor spielte in etwa 50 Filmen mit. Über seine Ankunft in Hollywood berichtete der einstige Amateurboxer vor Jahren amüsiert so: „Sie erwarteten wohl eine Kreuzung aus Marlon Brando und Rock Hudson. Als ich aber in meinem engen Anzug aus dem Flugzeug stieg, sind den Vertretern des Filmstudios erstmal die Gesichtszüge entgleist. Ich dachte: Toll, die mögen mich nicht. Also bleibe ich!“

Taylor, am 11. Januar 1930 in Sydney geboren, fand in Hollywood schnell seine Nische, zunächst als Nebendarsteller in romantischen Komödien wie „Mädchen ohne Mitgift“ (1956) oder „Immer die verflixten Frauen“ (1959). Mit der „Zeitmaschine“ nach H.G. Wells gelang ihm als zeitreisender Erfinder George 1960 der Durchbruch. In dem US-Spionagefilm „36 Stunden“ (1964) gab er den deutschen Psychiater Gerber, der versucht, einen amerikanischen Geheimdienstoffizier über die Invasionspläne der Alliierten 1944 in der Normandie auszuhorchen. Es kamen Hauptrollen im Filmen mit Doris Day, er spielte an der Seite von Jane Fonda und John Wayne, immer öfter auch Action- und Westernwerke.

Mit Rollen in „Outlaws“ oder „Starship Osiris“ kam er später an die früheren Erfolge nicht mehr heran. Taylor wirkte auch in der TV-Serie „Falcon Crest“ aus den 80er- Jahren mit. Er hatte sich schon von der Schauspielerei zurückgezogen, als ihm Quentin Tarantino 2007 die Rolle des Premierministers Winston Churchill in „Inglourious Basterds“ anbot. In dem für acht Oscars nominierten Weltkriegsdrama spielte Taylor an der Seite von Brad Pitt und Christoph Waltz.

„Junge Stars machen gute Filme“

„Mein Dad liebte seine Arbeit. Schauspieler zu sein, war seine Leidenschaft – er sagte, ohne könne er nicht leben“, wurde seine Tochter Felicia Taylor in US-Medien zitiert. Taylor selbst hat aber dem alten Hollywood nicht nachgeweint, auch als die Hauptrollen ausblieben. „Irgendwann ist man halt auf dem absteigenden Ast, und es gibt jede Menge junger, gut aussehender Schauspieler, die deinen Platz einnehmen können“, sagte er 1987. „Und die jungen Stars machen gute Filme. Ich denke nie: Das hätte ich besser gekonnt.“

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